Der Rationale vs. der Emotionale

Hm. Der Titel des Blogeintrags stimmt mich auf eine gewisse Art und Weise traurig.
Ich denke mal, ein jeder kennt Situationen, in denen er sich denkt „Warum habe ich mich so verhalten? Warum habe ich das getan? Normalerweise bin ich doch nicht so, ich habe aus einer Laune beziehungsweise aus einer Emotion heraus gehandelt.“ Täglich wird man mit dem Problem Kopf vs. Herz konfrontiert. Die einfachsten Entscheidungen können sowohl emotional als auch rational getroffen werden. Aber wer hat es eigentlich einfacher?
Wenn ich das nur wüsste.
Im Moment stehe ich wieder vor einer Entscheidung, die ich sowohl rational als auch emotional treffen könnte. Es ist 22.28 Uhr, mein Wecker klingelt in sieben Stunden, dann heißt es wieder aufstehen, sich aus dem Bett quälen und zur Schule gehen. Wenn ich vernünftig handeln würde, würde ich genau jetzt den Laptop ausmachen, ihn zur Seite legen und schlafen. Da mein Gefühl mir allerdings gerade sagt, dass ich eh nicht schlafen kann, weil mir so vieles durch den Kopf geht, habe ich meinen Laptop doch nochmals zur Hand genommen und angefangen, diesen Blogeintrag zu tippen.
Verflucht!
Ich wüsste nicht einmal, zu welchem Typ ich mich selbst eher zählen würde. Vielen erscheine ich höchstwahrscheinlich sehr rational, wobei meine emotionale Seite leider schwer zu verbergen ist. Zwar muss ich mir an dieser Stelle wirklich auf die Schulter klopfen, ich habe die letzten Jahre sehr viel dazu gelernt und emotionale Handlungen so gut es geht aus meinem Leben vertrieben, aber dennoch – wer ein kleines Sensibelchen ist, kann seine emotionale Seite nicht vollkommen ignorieren. Und genau das ist mein größtes Problem. Wenn das Leben nur halb so leicht wäre, wie die rationalen Entscheidungen, die ich treffe, müsste ich mir nie wieder in den Arsch treten und sagen „Jess, sei vernünftig“.
Wie heißt es so schön? Es ist immer leichter gesagt, als getan.
Momentan kreisen meine Gedanken hauptsächlich um mein Abitur. Zumindest versuche ich, genau diese Einstellung herbeizuführen. Die kleinen Plagen des Lebens lassen sich leider nie komplett verdrängen. Oder ich bin einfach noch nicht dahinter gekommen, wie das funktionieren soll. Es sind so viele Gedanken, so viele Ängste, so viele Wünsche, so viele Träume, so viele Sorgen, so viel von allem, dass es mittlerweile fast zu viel wird. Und gerade jetzt komme ich mir richtig allein gelassen vor. Stelle ich zu hohe Ansprüche? Oder bin ich im Großen und Ganzen einfach nur „beziehungsgestört“? Oder suche ich die Fehler fälschlicherweise bei mir?
Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mich die Entwicklungen von Februar 2011 bis Februar 2012 wahnsinnig traurig stimmen.
Deshalb werde ich einfach auf ein altbewährtes Prinzip zurückgreifen: Das Prinzip des Rückzugs.

Bis die Tage.

Jess

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