Latinum

Hätte mir nur jemand in der sechsten Klasse gesagt, dass ich für mein Geschichtsstudium Latein brauche..
Naja, in der sechsten Klasse hab ich selbst auch nicht damit gerechnet, dass ich eines Tages Geschichte studieren möchte.
Vorgestern hab ich mich nach Möglichkeiten umgeschaut, wie ich mein Latinum nachholen könnte. Eigentlich hatte ich ja beabsichtigt, dies per Fernstudium zu machen, da ich ja generell am liebsten für mich und alleine lerne. Das Dumme ist nur – der Spaß kostet 1140€. Geld, welches ich definitiv nicht habe. Und selbst wenn ich von Mitte Juni bis Oktober arbeiten gehe, würde ich dieses Geld nur ganz knapp zusammenbekommen.
Eine Alternative dazu wäre ein Crashkurs in Stuttgart. Aber vier Wochen von Montag bis Samstag nach Stuttgart fahren und wieder zurück und im Anschluss auch noch fünf bis acht Stunden Latein zu lernen – oh man, da stell ich mir doch bessere Freizeitbeschäftigung vor. Aber es würde, sofern ich mich bis 30.04 anmelde, nur die Hälfte vom Fernstudium kosten.
Herr Gott, man macht’s mir aber auch nie einfach.
Nach einer Woche Freizeit habe ich mich nun endlich an das Nichtstun gewöhnt. Umso schwerer fällt es mir nun, das, was ich noch für die Schule tun muss, zu erledigen. Verkehrte Welt. :D
Die letzten Tage hatte ich auch ziemlich viel Zeit zum nachdenken. Es ist erstaunlich, wie sich die Welt in den letzten vier Jahren um 180° gedreht hat. In manchen Dingen zum Positiven, in vielen Dingen zum Negativen. Das Erschreckende ist, dass man diese Entwicklung gar nicht beeinflussen kann, egal, wie sehr man sich anstrengt. Und im Nachhinein fragt man sich ständig, was man falsch gemacht hat, an welcher Stelle man die Chance auf eine Änderung verpasst hat. Je mehr man darüber nachdenkt, umso unverständlicher wird die gesamte Situation. Was bleibt einem? Die Erinnerung an Vergangenes, mit einem bitteren Beigeschmack, der nicht so leicht zu verdrängen ist.

Bis die Tage,

Jess

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