Pfingstferien

Eigentlich dachte ich mir immer, dass man in den Ferien wahnsinnig viel Zeit und Motivation hat, sich an den Laptop zu setzen und Dinge zu tun, die man gerne macht. Aber wie so oft wurde ich mal wieder eines Besseren belehrt. Wir schreiben heute schon den 05. Juni 2012, neun Tage meiner Ferien sind bereits vorbei und ich habe das Gefühl, als hätte ich bis jetzt nichts getan und als verschwende ich nur noch meine Zeit. Dabei ist das gar nicht so.

Die erste Ferienwoche habe ich bei Thomas verbracht. Es war herrlich. Abends gemeinsam ins Bett zu gehen und morgens gemeinsam aufzustehen, es gibt einfach nichts schöneres. Und dass das alles bald tagtäglich passieren wird, ist mittlerweile zum Greifen nah. Aber ich glaube, ich beginne mal chronologisch mit dem Erzählen, da ich sonst die Hälfte vergesse.

Begonnen hat ja alles eigentlich schon am Donnerstagmorgen, dem 24.05.2012. Nicht nur, dass Thomas und ich an diesem Tag unser Viereinhalbjähriges feiern konnten, nein, es standen auch weniger romantische Dinge auf der Tagesordnung: Meine Abiturergebnisse und mein letztes Halbjahreszeugnis zum Beispiel. Und als anständige Abiturientin erscheint man natürlich am vorletzten offiziellen pünktlich zum “Unterricht“ beziehungsweise zur Bekanntgabe der Ergebnisse. Dieser Donnerstag war ein Tag, an welchem ich mich für meine Pünktlichkeit eigentlich hätte in den Arsch beißen können. Wir, also 160 Abiturienten, trafen uns um 8.00 Uhr frohen Mutes auf dem Schulhof, um unser Gruppenbild zu machen (Abi 2012). Es war gut, dass wir dafür eine halbe Stunde eingeplant hatten, denn wir haben tatsächlich 25 Minuten damit verbracht, uns aufzustellen, jeden zurechtzurücken und jemanden zu finden, der unser Bild knipst. Erwartungsvoll gingen wir also nach dieser amüsanten Erfahrung in die Aula, wo wir unsere Ergebnisse erhalten sollten. Dort wurden wir von unserem Schulleiter auf 10 Uhr vertröstet, da es für einen Schüler nochmals eine Notenkonferenz um 9.15 Uhr geben sollte. Ich liebe es ja, wenn man plant und macht und tut und am Ende doch alles schief geht. Aber da mir das ja die letzten zwei Schuljahre oft genug über den Weg gelaufen ist, hielt sich meine Aufregung über diesen organisatorischen Fauxpas in Grenzen.

Nachdem wir also 90 Minuten warten und uns etwa 30 Minuten berieseln lassen mussten, gab es dann endlich die Abiturergebnisse. Und auf die bin ich ausnahmsweise wirklich stolz. In Deutsch und Englisch habe ich wundervolle 13 Punkte geschrieben, was ich vor allem in Englisch nicht erwartet hätte. Auch Französisch konnte mich überraschen, 12 Punkte, meine beste Klausur in den letzten zwei Jahren. Nur Mathe ist etwas enttäuschend.. 7 Punkte. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich auch nicht mit mehr gerechnet, da das Abitur einfach katastrophal für mich verlief. Im Schnitt habe ich also in meinen Abiturklausuren eine 1.9. EINS KOMMA! Als ich das ausgerechnet hatte, war ich so dermaßen aufgedreht, das kann man sich bei mir gar nicht vorstellen. Und auch in den vier Halbjahren habe ich einen Schnitt von 1.9 erreicht. Leider ist mein Abitur ja noch nicht ganz vorbei. Nach den Pfingstferien steht meine letzte Prüfung, eine mündliche in Geschichte, an. Ohne diese Prüfung stehe ich momentan im Gesamten auf 2.2. Ein Schnitt, der sich sehen lassen kann. Allerdings wird zu meinen momentanen Punkten noch meine Geschichtsprüfung addiert – und sofern ich dort 11 Punkte oder mehr hole, ist mir ein Schnitt von 1.9 sicher. Sofern es 15 werden, könnte ich es sogar noch auf 1.8 schaffen. Ich möchte ja nicht zu euphorisch klingen, aber 1.9 ist definitiv machbar. In Geschichte wurde ich mit 13 Punkten eingereicht und ich habe tatsächlich das Prüfungsthema bekommen, welches ich bereits als Probeprüfung im Geschichtsunterricht gehalten habe. Ich weiß, was ich besser machen kann und habe mir schon damals ein gutes Fundament gelegt, sodass ich mir über meine Prüfung eigentlich kaum Gedanken machen muss. Und dieses sichere Gefühl, diese Tatsache, dass es das Schicksal ausnahmsweise gut mit mir meint, beflügelt mich sogar jetzt, anderthalb Wochen später, noch so dermaßen, dass ich gerade vor meinem Laptop sitze und grinsen muss.

Mit diesem tollen Gefühl bin ich dann am Freitagnachmittag zu Thomas gefahren und habe das lange Pfingstwochenende mit ihm genossen. Unter anderem mit einem Grillabend am darauffolgenden Samstag, an welchem wir es uns in Thomas‘ Garage gemütlich gemacht haben. Für diesen Grillabend habe ich Blätterteigschnecken gemacht, von welchen ich hoffentlich bald (wer weiß, vielleicht auch gleich im Anschluss) das Rezept online stellen werde. Und ja.. die restliche Woche über habe ich einfach das Alltagsgefühl genossen, welches ich bei Thomas erlebt habe. Schließlich wird es die nächsten drei Monate definitiv so sein, dass ich die meiste Zeit zu Hause und Thomas die meiste Zeit auf der Arbeit verbringen wird, mal abgesehen von meinem Lateinkurs im Sommer. Es gibt wirklich nichts schöneres, als zu Hause seine eigenen Aufgaben erledigen und den Abend dann mit Thomas genießen zu können. Diese innere Zufriedenheit, die dabei herrscht, ist unbeschreiblich.

Am Samstag stand dann meine Abreise an. Leider wurde dieser Tag nicht nur durch diese Tatsache der finsterste der Woche. Siri, Thomas‘ Katze oder eher die Katze seiner Oma, musste an diesem Tag leider eingeschläfert werden, da sie einfach zu schwach zum Leben war und, sofern sie in der freien Natur gelebt hätte, längst gestorben wäre. Ich kann an dieser Stelle nur sagen: Ruhe in Frieden, Siri. Du warst ein tolles und eigensinniges Kätzchen und wirst für immer deinen Platz in meinem Herzen haben.

Samstagnachmittag sind Thomas und ich dann zu mir gefahren. Während ich meine Sachen für meinen Kurzurlaub in Bayern gepackt habe, hat Thomas eifrig an seinem Projekt weitergearbeitet, bei welchem ich ihm helfe. Sobald es offiziell ist, werde ich vielleicht auch das ein oder andere Wort darüber verlieren, aber vorerst ist alles geheim. Geduld ist eine Tugend.. ;)

Ja.. und Sonntag.. Sonntag ging es nach Bayern. Mir sind auf der Fahrt nach Bad Aidling, wo wir eine kleine Ferienwohnung gemietet haben, ein toller Schnappschuss gelungen, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Wir verbringen sechs Tage in Bad Aidling, weil mein Bruder eine Probewoche im Deutschen Fußball Internat verbring und mein Vater in seiner Nähe sein wollte. Etwa 300m von uns entfernt ist eine Therme, welche wir morgen besuchen wollen. Gestern und heute haben wir damit verbracht, die Gegend etwas zu erkunden und gemeinsam Zeit zu verbringen. Es ist also alles ganz entspannt .. und ich hoffe, das bleibt die nächsten Tage auch so.

Wer weiß.. vielleicht nutze ich die Zeit, in der ich mich vollkommen verausgaben möchte, damit ich todmüde ins Bett falle, ja damit, endlich die ganzen Beiträge online zu stellen, die in der Warteschleife sind. Gestern meinte ich zu jemandem, er solle seine Ziele stärker ins Auge fassen – ich werde versuchen, meinen Blog in meiner Prioritätenliste mal ein paar Plätze nach oben zu verschieben. Aber sofern mir das nicht gelingen sollte, nehmt es mir nicht übel, mein reales Leben hat einfach die höchste Priorität.

Bis die Tage!

Jess

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