EINS KOMMA ACHT

Ja, los, feiert mich. Auch wenn die Nachricht etwas verspätet kommt: Ich habe mein Abitur mit 1.8 bestanden! :)

Die letzte Woche war geprägt vom Abiturstress. Sonntag und Montag letzte Woche habe ich mich vor allem damit begnügt, meine Präsentationsprüfung in Geschichte vorzubereiten. Und Dienstagmittag um 12.15 Uhr gab es auch die Belohnung dafür: 15 Punkte! Ich habe wirklich mit allem gerechnet, allerdings nicht damit, dass ich mir eine 1+ mit der mündlichen Prüfung hole und meinen Schnitt damit noch einmal um 0.1 hochziehe. Aber es gibt nun einmal doch Wunder und das Schicksal meinte es wirklich gut mit mir.

Dienstagnachmittag und Mittwoch habe ich dann dazu genutzt, den Schlaf, welcher mir in den Tagen zuvor gefehlt hat, nachzuholen. Und den Schlaf hatte ich auch bitter nötig, denn so tief und fest habe ich glaube ich die letzten zwei Jahre nicht geschlafen. Donnerstagnachmittag ging es dann wieder zur Schule. Eigentlich hätte ich ja mein Abiturzeugnis bekommen sollen, aber dem war nicht so. Stattdessen gab es nur ein letztes, inoffizielles Leistungsprotokoll, auf welchem dann auch schwarz auf weiß mein Schnitt von 1.8 stand. Irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl, die Schule nie wieder als Schüler betreten zu müssen. Aber die Freiheit, die damit verbunden ist, ist auch wahnsinnig verlockend und beflügelnd. :)

Obwohl mich am Freitag eigentlich keine Verpflichtungen mehr erwarteten, war auch dieser Tag relativ stressig. Denn ich hatte für Samstagabend eine kleine Grillparty angesetzt, um mein Abitur auch wirklich feiern zu können. Und dafür musste man natürlich einkaufen. Zudem wollten meine beiden Brüder ins Training und ich musste als Chauffeur herhalten. Ach ja.. aufräumen musste ich auch noch. Ich glaube, so viel wie an diesem Freitag hab ich sonst die ganze Woche über nicht gemacht, mal vom schulischen abgesehen.

Und Samstag, ja. Samstag war grandios! Gegen 16.30 Uhr kamen fast alle meine Gäste an. Thomas, Peter, Andre, Thomas Eltern sowie die Freundin meines Vaters Kati und ihre Kinder. Und es wurde ein feucht-fröhlicher Abend. Vor allem Andre, ein Freund von mir und Thomas, musste an diesem Abend wirklich leiden. Er hat dummerweise das Schnapsglas erwischt, in welches doppelt so viel wie in ein normales Schnapsglas passte. Das heißt, jedes Mal, wenn wir Wodka getrunken haben, hat er direkt die doppelte Menge zu sich genommen – und das relativ bald gemerkt. Verrückt wie er ist, hat er sich anschließend auch noch auf eine Wette eingelassen: Sofern Russland bei dem EM-Spiel gegen Griechenland verlieren sollte, würde er uns seine weibliche Seite zeigen. Und wie jeder fleißige EM-Zuschauer weiß, hat Russland an diesem Abend verloren – und wir die witzigste Stunde des Abends mit Andre(a) gewonnen. Hach war das göttlich. Ich hatte Kopfschmerzen vor Lachen, und diese Kopfschmerzen zogen sich auch in die Morgenstunden hinein. Denn nach etwa sieben Stunden Schlaf ging es Sonntag wieder aus den Federn, frühstücken und noch ein paar Stunden gemeinsam mit den Jungs, sowie Lea, Thomas bester Freundin, die gegen 23.00 Uhr ihre Zelte bei uns aufschlug, verbringen.

Gegen 12 Uhr begann dann wohl die schwerste Zeit des Tages: Das Zusammenpacken für meinen Umzug. Ich habe etwa zwei Stunden Rotz und Wasser geheult, weil es so komisch war, wirklich auszuziehen und zu gehen. Das war kein Vergleich mit dem Packen für die Wochenenden oder Ferienwochen, die ich bei Thomas verbracht habe. So sehr ich mich auf die Zeit mit ihm gefreut habe und so sehnsüchtig ich auch auf den Moment gewartet habe, in welchem das „Bald“ endlich zu einem „Jetzt“ wird und wir zusammenziehen, genauso sehr habe ich an diesem Tag auch gemerkt, wie wichtig mir meine Familie ist und wie schwer es ist, mit einem Lebensabschnitt, der einen 19 Jahre begleitet, abzuschließen und einen Schlussstrich zu ziehen. Ich glaube, wenn ich noch eine Woche länger gewartet hätte und erst nach meinem Abiball umgezogen wäre, hätte ich mich die ganze Woche über verrückt gemacht.

Sonntagabend habe ich dann noch die Kartons ausgepackt, welche ich mitgenommen habe. Jetzt fehlt nur noch, dass Thomas und ich zwei Bilderrahmen kaufen, welche unser Zimmer mit meinen persönlichen Bildern schmücken sollen. Ich bin mal gespannt, wann das Allltagsgefühl einsetzt. Momentan ist es einfach nur schön, die Zeit mit Thomas genießen zu können.

Bis die Tage!

Jess

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