Freundschaft

Freundschaft – ein Wort, welches heutzutage viel zu leichtsinnig in den Mund genommen wird. Doch was bedeutet eigentlich Freundschaft?

Freundschaft bezeichnet eine positive Beziehung und Empfindung zwischen Menschen, die sich als Sympathie und Vertrauen zwischen ihnen zeigt. Die in einer freundschaftlichen Beziehung zueinander stehenden Menschen bezeichnet man als Freundin bzw. Freund. In einer Freundschaft schätzen und mögen die befreundeten Menschen einander. Freundschaft beruht auf Zuneigung, Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung. Eine Freundschaft wird „geschlossen“, geht sie einem Ende zu, so „erkaltet“ sie.

Ach Wikipedia, mein kleiner Freund und Helfer. Tag und Nacht ist er für mich da und versorgt mich mit allen möglichen Informationen und vor allem Definitionen. Doch wenn man sich die Definition von Freundschaft anschaut, merkt man, dass hinter diesem simplen Begriff eine Menge steckt, was eigentlich dazu führen sollte, dass man nicht allzu schnell von Freundschaft spricht. Doch leider ist dem nicht so.

Ich weiß noch genau, wie ich meine erste, richtige Freundin kennen gelernt habe. Sie ist bis heute meine beste Freundin und irgendwie messe ich auch alle Freundschaften, die ich in meinem weiteren Leben eingegangen bin, an dieser. Und ja, es ist wirklich so, dass keine meiner anderen Freundschaften an diese eine Freundschaft herankommt.

Im Laufe eines Lebens lernt man so viele Menschen kennen. Doch nur wenige werden zu richtigen Freunden. Freunde, die bedingungslos für dich da sind und merken, wenn es dir schlecht geht, selbst wenn du versuchst, ihnen vorzuspielen, dass es dir gut geht. Freunde, die dich zum Lachen bringen, wenn du am liebsten weinen würdest. Wahre Freunde.

Die meisten „Freunde“ hatte ich wohl kurz vor meinem Schulwechsel 2008. Ich weiß noch, wie gerne ich da zur Schule gegangen bin, weil damals Schule eben auch der Ort war, an welchem man sich mit den meisten Freunden treffen konnte. Nach meinem Schulwechsel fand ich mich in einer komplett anderen Umgebung und Atmosphäre wieder. Klar, man hat auch da gewisse Freundschaften geschlossen, aber irgendwie fühlt man sich manchmal doch wie das fünfte Rad am Wagen, wenn man in festen Cliquen Halt finden soll.

Und dann sind da natürlich auch die Freundschaften, die man außerhalb der Schule schließt. Wenn ich so zurückdenke, sind es nicht mal zehn Personen, die mich die letzten Jahre dauerhaft begleitet haben. Und je älter man wird, umso schneller trennen sich die Wege und verschieben sich die Prioritäten der beteiligten Personen. Aber zu einer guten Freundschaft gehört doch auch, dass man den Freund nicht in Vergessenheit geraten lässt und ihm nicht das Gefühl gibt, unwichtig zu sein. Oder etwa nicht?

Absolut nicht nachvollziehbar sind für mich die Freundschaften, die im Nichts enden. Von jetzt auf gleich schreibt man nicht mehr, redet kaum noch miteinander und fühlt sich irgendwie fremd. Doch selbst wenn man versucht, diesen Umstand anzusprechen und zu ändern, ist eine der beteiligten Personen nicht gewillt, Veränderungen herbeizuführen. Und dann kommt es, wie es kommen muss: Auf einmal ist dir jemand fremd, der zuvor alles über dich wusste.

Eine Freundschaft ist wie eine Pflanze: Sie muss regelmäßig gegossen und gepflegt werden, damit sie nicht eingeht, damit sie nicht erkaltet. Zu schade, dass sich so wenig Menschen diesen Umstand zu Herzen nehmen. Deshalb sind wahre Freundschaften heutzutage auch so selten.

Bis die Tage,

Jess

Kommentar verfassen