Ich mache keine Fehler, sondern lerne nur dazu.

Die Weisheit des Tages – oder vielmehr der letzten Wochen.

Heute Mittag war ich wieder auf der Suche nach schönen Zitaten. Zitate inspirieren einen und helfen auch dabei, Ordnung in ein Gedankenchaos zu bringen, so wie es bei mir in den letzten Wochen der Fall war. Und dieses Zitat, welches den Titel meines heutigen Beitrags darstellt, bringt es eigentlich auf den Punkt.

Jeder Mensch hat in seinem Leben seinen ganz persönlichen, eigenen Weg, auf welchem man nicht überholt werden kann, sofern man wirklich den eigenen geht und nicht – der Einfachheit halber – in die Fußstapfen anderer Menschen tritt. Und jeder Lebensweg hat sein Ziel, ein Ziel, welches nur die Person kennt, die diesen Weg geht. Sämtliche Schritte, die man auf diesem Weg geht, führen dazu, dass man irgendwann, sei es nach zehn, nach 20, nach 30 oder gar erst nach 40 Jahren, sein Ziel erreicht. Viele leben in dem Irrglauben, dieser Weg sei einfach, sei ohne Hürden und Hindernisse. Ich habe mit den Jahren erkannt, dass jedes Hindernis, jeder ach so kleine Stein, welcher mir in den Weg geworfen wird, dazu gehört, um mein Ziel zu erreichen und schlussendlich das Fundament meines Zieles bildet. Auf meinem Weg habe ich wohl schon einige Fehler gemacht. Einige, die mich nicht nennenswert aus der Bahn geworfen haben, viele, die mich fast von meinem  Weg abgebracht hätten. Aber was wäre ein Mensch ohne Fehler? Perfekt? Wer ist schon perfekt? Vielleicht ein Mensch, der versucht, aus all seinen Fehlern zu lernen und seine eigenen Konsequenzen zu ziehen. Man kann die Welt nicht verändern, aber man kann sich verändern, anders in bestimmten Situationen reagieren oder anderen Personen begegnen.

Ich habe schon oft gedacht, ich hätte mein ideales Schritttempo gefunden, um meinen Weg zu meistern. Meistens bin ich genau dann auf die Nase gefallen. Anfangs tat das noch weh, ähnlich wie bei einem Kleinkind, welches vom Fahrrad fällt. Doch mit jedem Hinfallen und wieder Aufstehen tat es weniger weh, bis irgendwann der größte Sturz auch nur noch wie eine leichte Schürfwunde zog. Man macht ja schließlich keine Fehler, sondern lernt dazu. Oder versucht zumindest, sich das einzureden.

Meistens merkt man gar nicht, wie schnell Fehler passieren. Generell merke ich das nur dann, wenn mir etwas komisch vorkommt, wenn irgendetwas von jetzt auf gleich nicht mehr so ist, wie es zuvor war. Wenn mir jemand aus dem Weg geht, dem ich gerade ansatzweise zu vertrauen begonnen habe. Wenn mir jemand sagt, ich würde ihm was bedeuten, und auf diese Worte doch keine Taten folgen. Wenn mir jemand etwas verspricht, und es dann doch nicht hält. Wenn jemand nicht daran denkt, dass auch ich Gefühle haben könnte. Wenn ich mit jemanden heute lachen kann, und morgen das Gefühl habe, ich sollte den Tag verfluchen, an dem ich diese Person kennengelernt habe. Wenn mir jemand eine Schulter zum Anlehnen anbietet, aber zusammenzuckt, sobald ich dieses Angebot annehme. Wenn jemand den Anschein macht, Interesse an mir zu haben, wie es mir geht, was mich beschäftigt, und ich im nächsten Moment herausfinde, dass all das nur große Heuchelei war. Wenn mir jemand Schuld an etwas gibt, woran ich vollkommen unschuldig bin.

Was macht man in solchen Momenten? Die Person darauf ansprechen? Streiten? Seinem Frust freien Lauf lassen? Weinen? Die Schuld bei sich suchen? Die Starke spielen, die man eigentlich nicht ist? Sie ignorieren? Vernünftig sein und Gefühle totreden oder totschweigen? Oder macht man einfach nichts und nimmt es hin, wie es ist? Ein Fehler, aus welchem man lernen sollte, nein muss? Oder nimmt man einfach das Steinchen, welches einem erneut in den Weg geworfen wurde, auf, packt es in seinen großen Rucksack und schleppt es bis zum Ziel mit? Das wäre schließlich die einfachste Alternative, aus den Augen, aus dem Sinn.

Wie ich es hasse, dass ich es ständig zulasse, dass mir irgendwelche Steinchen auf den Weg geworfen werden. Oder noch besser: Dass ich mir selbst Steinchen auf den Weg werfe.

So far,

Jess

PS: Die letzte Woche war ich wahnsinnig eifrig und habe innerhalb von drei Zugfahrten eine Kurzgeschichte namens „A little Piece of Black“ geschrieben. Sie gefällt mir. Wer sie lesen möchte, kann sich gerne bei mir nach dem Passwort für den entsprechenden Blogeintrag erkundigen.

 

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