Shades of Grey

 

Hallo zusammen,

nachdem ich vorgestern und gestern voll mit Inventur und Kranksein beschäftigt war, komme ich heute endlich dazu, eine Rezension zu der Buchreihe „Shades of Grey“ zu schreiben.

Man möchte es kaum glauben, aber ich hab wirklich zwei Wochen überlegt, ob ich mir eines der Bücher zulegen soll. Wenn man im Internet so liest, was andere über diese Bücher schreiben, wird einem schon eine gewisse Abneigung gegen die Bücher eingetrichtert. Allerdings habe ich mir gesagt, dass ich nichts verurteilen kann, was ich selbst nicht gelesen habe, weshalb ich mir schlussendlich aus einer spontanen Laune heraus den ersten Teil „Shades of Grey – Geheimes Verlangen“ im Buchladen am Heidelberger Hauptbahnhof geholt habe.

Und ja, jetzt, da ich alle drei Teile durch habe, muss ich sagen, die Kritiker hatten Recht.

Wenn man das Buch aufschlägt und sich die ersten zehn Seiten zu Gemüte führt, wird einem recht schnell klar, dass der Schreibstil nicht dem entspricht, was man sonst so liest. Mir ist zum einen sofort ins Auge gefallen, dass alles im Präsens geschrieben wurde, und ich musste mich wirklich bemühen, nicht alles im Kopf in die Vergangenheitsform zu setzen. Wie oft habe ich mich dabei erwischt, anstatt ‚hat‘ ‚hatte‘ gelesen zu haben oder Ähnliches! Das war wirklich gewöhnungsbedürftig und ablegen konnte ich das erst nach den ersten 100 Seiten. Desweiteren ist alles aus der Perspektive von Ana Steel geschrieben, und zwar in Ich-Form. Auch das habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Leider hat das Buch auch sonst keine sprachlichen Highlights zu bieten: Teilweise sehr abgehackte und gezwungene Sätze, welche unverbunden aneinander gereiht werden. Ab und zu kam es sogar vor, dass zwei Sätze mit dem gleichen Wort angefangen haben, ein Unding! Das wurde mir in der 8. Klasse verboten und seit dem habe ich explizit in jedem Aufsatz, den ich selbst geschrieben habe, darauf geachtet, dass dies nicht vorkommt, und dann passiert es in einem BESTSELLER-Buch! *grusel* Und je mehr man liest, umso öfter wiederholen sich einzelne Wörter – oder auch Szenen ;) – wobei zumindest noch darauf geachtet wurde, die Satzstellung etwas zu verändern. Irgendwie war das Ganze auf sprachlicher Ebene schon enttäuschend.

Und auf inhaltlicher Ebene wurde es leider auch nicht besser.

In gewisser Weise kann ich schon nachvollziehen, warum so viele auf dieses Buch abfahren: Unscheinbares, unschuldiges Mädchen wird vom reichen, geheimnisvollen Schönling, der unerreichbar erscheint, verführt. Er legt ihr die Welt zu Füßen und vergöttert sie, ich meine, welcher Frau gefällt so etwas nicht?

Aber trotzdem. Ich verstehe einfach nicht, wie man sooooooooo wenig Handlung auf so viele Seiten bringen kann! Es war schon extrem mühsam, sich von Sexszene zu Sexszene zu hangeln, und das, was zwischendrin passierte, war doch sehr minimalistisch. Und am meisten hat es mich geärgert, dass der erste Teil einfach so aufhört, ohne einen wirklichen Schluss zu haben. Dieses apprupte Ende erinnerte mich eher an ein Kapitelende anstatt an ein Buchende. Natürlich begann der zweite Teil dann auch ganz ohne Anfang, die Story wurde einfach fortgesetzt. Immerhin endete der zweite Teil dann einigermaßen annehmbar mit der Verlobung von Ana Steele und Christian Grey.
Der Anfang vom dritten Teil hat mich gänzlich verwirrt. Auf einmal greift die Autorin auf ein Mittel zurück, welches sie in den ersten zwei Teilen nie verwendet hat – Rückblicke. Sie beginnt mit den Flitterwochen von Ana und Christian und deckt nach und nach Einzelheiten zur Hochzeit auf. An sich ist das ja kein schlechtes Stilmittel, im Gegenteil, meine Lieblingsautorin Karen Rose schwört ja darauf, aber ich fand das einfach nur total deplaziert und ungewohnt. Ungewohnt war auch, dass so viel passierte, dass es wirklich eine  Handlung gab und die Sexszenen nicht mehr das ganze Buch bestimmten. Allerdings ist mir gerade im letzten Teil auch aufgefallen, dass der Autorin einfach die Liebe zum Detail fehlt, da einzelne Szenen bzw. Handlungsstränge so schnell und unerwartet beendet wurden, dass ich nur dasaß und mir „Wie? Das war’s schon?“ dachte.

Wer auf leichte Lektüre steht, kann’s lesen. Wer Anspruchvolles erwartet, Finger weg. Ich hab mir nur den ersten Teil gekauft und ich bin froh, dass ich nicht mehr Geld investiert habe, denn die 40€ wären mir die Bücher definitiv nicht wert gewesen. Und wie in meinem letzten Post schon erwähnt, das Buch, was ich mir gekauft habe („Shades of Grey – Geheimes Verlangen“) möchte ich auch wieder loswerden. Wer sich also selbst ein Bild von diesem einzigartigen Meisterwerk machen, dafür aber keine 13€ ausgeben möchte, möge sich doch bitte bei mir melden.

Bis die Tage!

Jess

PS: Hier meine zwei Lieblingsszenen – über diese habe ich mich köstlich amüsiert! :D

PPS: Na, habt ihr auch eine innere Göttin bzw. einen inneren Gott? :D

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