Sonnenstrahlen

Die Sonne scheint. Draußen ist es wärmer als in der Wohnung. Vögel zwitschern. Der Nachbar mäht den Rasen. Es wird Sommer. Und irgendwie ist es das erste Mal, dass mich diese Tatsache freut.

Normalerweise bin ich das absolute Winterkind. Kuschelige Klamotten, Kerzenschein, die warme Kuscheldecke und der Mann, der einen wärmt. Die schützende Dunkelheit, die einen bereits um 19 Uhr verschlingt. Normalerweise bin ich ein nachtaktives Wesen – mein Kopf rattert eigentlich erst dann, wenn draußen die Sonne untergeht. Doch irgendwie ist alles anders.

Die Woche war irgendwie komisch. So viel wie ich in den letzten vier Tagen erledigt habe, habe ich selten erledigt bekommen. Der Haushalt ist gemacht – Wäsche gewaschen, gebügelt, staubgesaugt, staubgewischt – , in der Uni bin ich zur Zeit auch up to date. Ich wurde sogar in zwei Seminaren angesprochen, ob man sich nicht meine Unterlagen ausleihen könne. Man meinte auch schon ganz zuckersüß zu mir, dass ich wohl wieder zum kleinen Streberchen werde, welches ich schon während meiner Schulzeit war. Und irgendwie tut es gut, sich ganz darauf konzentrieren zu können, dass alles so perfekt läuft, auch wenn das unter Umständen bedeutet, dass man das letzte Mal um 0.27 Uhr in seinen Terminkalender blickt und schaut, ob man auch wirklich alles erledigt hat. Wenn man dabei feststellt, dass man seiner Planung einen Tag voraus ist, ist es herrlich. Es motiviert, macht glücklich. Und irgendwie sorgt es auch dafür, dass man Dinge genießt, die man früher gar nicht genießen wollte – oder konnte. Wann habe ich mich je in die Sonne gelegt, was für die Schule oder Uni gelesen und dabei nicht im Hinterkopf gehabt, dass mir die Zeit davon rennt? Noch nie. Und irgendwie ist das ein befreiendes Gefühl, genau jetzt in der Sonne sitzen zu können, ohne schlechtes Gewissen einen Blogeintrag tippen zu können. Spaß daran zu haben. Gedanken niederzuschreiben, welche einen jeden Abend vor dem Einschlafen um einige Minuten Schlaf gebracht haben.

Vor etwas längerer Zeit habe ich im Facebook einen süßen und lustigen Dialog zwischen Gehirn und Besitzer des Gehirns entdeckt. Er zeigte auf, dass das Gehirn meistens dann anspringt, wenn man sich darüber Gedanken macht, schlafen zu wollen. Bei mir war das in letzter Zeit recht häufig der Fall, sodass ich abends im Bett lag und darüber nachdachte, was ich morgen kochen soll, welche Aufgaben ich in welcher Reihenfolge erledige, ob ich nicht Aufgaben vom übernächsten Tag vorziehe. Gedanken über Gedanken – ich mache dem Namen meines Blogs wohl alle Ehre. Aber oftmals stellt man fest, dass man sich eigentlich viel zu viele Gedanken macht und ab und zu das Leben einfach so nehmen sollte, wie es kommt. Wirklich ändern kann man es ja schießlich in den seltesten Fällen. Man kann nur das beste daraus machen.

Einige Zeit hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, was aus meinem Blog wird. Interessiert er überhaupt jemanden? Soll ich mir weiterhin die Mühe machen, einen Blogeintrag nach dem anderen zu tippen, obwohl mir irgendwie die Muße dazu fehlt? War es falsch, meine Facebookseite zum Blog abzuschaffen? Sollte ich ihn komplett privat stellen?
Mittlerweile sehe ich die Dinge ganz anders und bin froh darüber, dass ich erst einmal abgewartet habe, was die Zeit mit sich bringt. Dieses Motivationsloch, das Kreativitätsloch, in welchem ich mich befunden habe, scheint irgendwie wie weggeblasen, seit der Blog nicht mehr nebenbei läuft, sondern ich mir bewusst Zeit nehme, einen Eintrag zu verfassen. Am Design rumzuwerkeln. Mich von anderen Bloggern inspirieren zu lassen. Die kleinen Dinge des Alltags hineinfließen zu lassen, welche ich schön finde, welche mich bedrücken. Und auf einmal ist es nicht mehr so, dass man noch wach bleibt, um irgendwie einen Blogbeitrag zustande zu bringen, sondern dass man leicht geknickt ins Bett geht, weil man einfach zu müde ist, um noch irgendetwas zu tippen. Und dabei sprudelt der Kopf vor Ideen.

Gestern habe ich auf Anraten einer lieben Freundin (Vielen Dank an dieser Stelle, liebste Jessy!) wieder eine Facebookseite für diesen Blog erstellt. Damals habe ich sie gelöscht, weil ich dachte, dass es sich nicht lohnt, sie aufrecht zu erhalten, dass ich, wenn ich überhaupt was im Facebook dazu poste, meistens nur meine Beiträge verlinke. Mittlerweile habe ich allerdings festgestellt, dass so mein Blog wohl viel weniger Leute erreicht – ich selbst habe beispielsweise andere Blogger im Facebook geliked, weil ich so immer up to date bin, was ihre Posts angeht. Das geht bei mir aber gar nicht. Keiner, der auf irgendeine Art und Weise auf meinen Blog stößt, wird dazu meine private Facebookseite finden. Daher habe ich mich dazu aufgerafft, die Facebookseite zu Die Denkende wieder auferstehen zu lassen und sie zu pflegen. Wer weiß, vielleicht erreiche ich dadurch wirklich mehr Leute, weil der Blog einfach dadurch in ein Netzwerk integriert ist, was viele positive Eigenschaften vereint, wenn es um Informationsfluss geht.

Ich freue mich jedenfalls auf eure Kommentare, auf ein „Gefällt mir“, auf Feedback zum Blog und auf alles, was euch sonst noch so einfällt. :)

Bis die Tage!

Jess

PS: Ich hab meinen Blog nun auch mit Bloglovin verbunden: Follow my blog with Bloglovin

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