Sternenspieluhr

Die Macht der Musik. Ein wunderschönes Lied, welches mich zugleich glücklich und traurig macht.

Dadurch, dass ich heute verhältnismäßig viel Zeit hatte und sogar ausnahmsweise den ganzen Tag zu Hause verbracht habe, habe ich es mal vor 19.00 Uhr vor den Fernseher geschafft. Und zwischen 17.30 Uhr und 19.00 Uhr läuft ja bekannterweise Sailor Moon im Fernseher. Ich schaltete also VIVA ein, schaute die Folge und bemerkte, dass ich innerhalb der vier Tage, die ich diese Woche nicht schauen konnte, einiges verpasst hatte. Also hingesetzt und in den Werbepausen von Alles was zählt und GZSZ immer mal wieder die Folgen angeschaut, die mir fehlten. Begonnen hat es dabei mit der ersten Verwandlung von Sailor Moon zur Prinzessin Serenity und der herzergreifenden Liebesgeschichte zwischen ihr und Prinz Endymion, welche in Sailor Moon und Tuxedo Mask weiterleben. Diejenigen, die die Serie nicht kennen, werden nun nichts verstehen. Grob gesagt handelt es sich bei der Liebesgeschichte um eine derart tiefe und absolute Liebe, die die größten Schwierigkeiten, eine Wiedergeburt zweier Seelen in einem neuen Zeitalter und einen kompletten Erinnerungsverlust überdauert. Tragisch, und zugleich wunderschön. Natürlich mit Aussicht auf ein wundervolles Happy End. Schon als Kind geriet ich ins schwärmen, wünschte mir, dass ich irgendwann eine solch‘ wundervolle Liebe finde. Daher ist das Lied auf eine ganz eigene Weise wunderschön, weil es für eine tiefe und starke Liebe steht, die durch nichts zerstört werden kann.

Auf andere Weise stimmt es traurig, weil mit dem Lied und mit der gesamten Serie doch viele Idealbilder geprägt werden. Das Idealbild von Liebe. Das von Freundschaft. Freunde, die gemeinsam lachen, gemeinsam weinen, sich unterstützen, sich die Meinung sagen, wenn es von Nöten ist. All diese Dinge. Es stimmt traurig, weil Freundschaften in der Realität selten so sind, wie sie gezeichnet werden.

Und irgendwie steht das Lied für mich auch irgendwie für eine Zeit, die verloren ist. Für jetzt und immer. Die unbeschwerte, unbekümmerte Zeit, in der der nächste Tag egal, das hier und jetzt entscheidend war. Eine Zeit, in der man träumen konnte, ohne zu wissen, dass man irgendwann auch aus dem schönsten Traum erwachen würde. Eine Zeit voller Liebe, voller Hoffnung, voller Fantasie. Und je länger ich das Lied höre, umso mehr werde ich daran erinnert, dass diese Zeiten vorbei sind. Jedes Mal, wenn das Lied endet und eine kurze Pause zwischen der erneuten Wiedergabe entsteht, werde ich daran erinnert, dass ich mich im hier und jetzt befinde, dass ich die wundervollen Dinge der vergangenen Zeit nicht ins Hier und Jetzt mitnehmen konnte.
Ich weiß, dass man Vergangenes nicht ändern kann. Dass es sich nicht lohnt, sich immer wieder zurückzubegeben und dem nachzutrauern, was man nicht hat. Dass man viel lieber das umso mehr respektiert, was man hat und es umso mehr zu schätzen weiß. Aber ab und zu möchte man sich daran erinnern, wie schön es einmal war, und dem nachtrauern dürfen. Nur ab und zu. Bis das Lied wieder zu Ende ist.

Vielleicht finde ich auch irgendwann einmal eine solche Sternenspieluhr, die mir die Melodie des Herzens vorspielt, wenn ich sie vergesse. Die mich zugleich glücklich und traurig stimmt.

Bis die Tage,

Jess

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