Nächtliche Monologe

sleeping

Früher war ich Langschläfer. Ich habe es geliebt, mich unter der Bettdecke zu verkrümeln, die Welt auszublenden und in eine Traumwelt abzudriften, welche sich ganz und gar von der Realität unterschied. Es tat gut, sich die Auszeit zu nehmen, seiner Fantasie nachhängen zu dürfen. Die Wirklichkeit vergessen zu können. Die Bettdecke war wie eine Höhle, ein sicherer Rückzugsort, solange ich schlief und die Augen geschlossen hielt, war alles andere weit von mir entfernt.

Mit den Jahren verliert man wohl diese Möglichkeit, sich einfach wegträumen zu können. Die Augen zu schließen und in einer ganz anderen Welt zu sein. Mittlerweile schließt man die Augen, weil man sie vor Erschöpfung kaum offen halten kann. Man powert sich aus, um nicht zu lange wach im Bett zu liegen. Und meist beginnt der Kopf, sobald die Augen geschlossen sind, zu rattern. Du hast nur noch X Stunden zu schlafen. Viel zu wenig. Und eigentlich solltest du morgen ganz früh aufstehen, denn die 24 Stunden, die ein Tag hat, reichen doch eh nicht aus. Wie gestaltest du deinen Tag morgen? Vernachlässigst du neben der Arbeit und deiner Anwesenheit in der Uni nicht das Lernen für deine anstehenden Prüfungen? Wann kümmerst du dich endlich um deine Ablage und erledigst das organisatorische Zeugs, welches du schon Wochen vor dir her schiebst? Heute war Montag. Hast du nicht vergessen, die Blumen zu gießen? Ja hast du. Shit. FUCK! Hast du die Pille genommen? *Panikattacke* – Ach ja, klar. Vorhin. Ist schon wieder 20 Minuten her, da kann man das auch wieder vergessen haben. Ist dein Wecker gestellt? Ja, klar. Jeden Tag ein bisschen früher. Und jeden Tag stehe ich tatsächlich etwas früher auf – aber am Arsch bin ich trotzdem. Ich will mich wieder in meiner Höhle verkriechen und bis 12 Uhr schlafen können – ganz ohne schlechtes Gewissen!!! Aber dann ist der Schlafrhythmus doch wieder für den Eimer. Ach Herr Gott, hör endlich auf, dir so viele Gedanken zu machen. Erfinde einen Ausschaltknopf für dein blödes Hirn. Aus jetzt! Hörst du? Ich denke mich nun in meine Geschichte. Ob ich je die Zeit dazu finden werde, sie niederzuschreiben? Auf dem Papier bin ich mit Kapitel 1 fertig. Im Kopf bin ich schon bei Kapitel 25. Eigentlich sollte ich wieder bei Eins anfangen. So viele kleine Details sind schon wieder abhanden gekommen. Verdammte Scheiße. Das soll doch nicht Sinn der Sache sein. Du willst doch schlafen. Denk also einfach an etwas schönes, vielleicht überkommt dich die Müdigkeit.

Hachja. Monologe, die das Hirn führt. Immer wieder herrlich. Und so inspirierend. Und die thematischen Sprünge sind natürlich grandios.

Gerade im Sommer fällt es mir recht schwer, mich überhaupt unter meiner schützenden Decke zu verkriechen. Es ist zu warm. Die Nächte sind zu kurz, beginnen spät, enden früh. Da schnappt man sich lieber wie jetzt seine Kuscheldecke von der Couch, setzt sich auf die Lehne und beobachtet das Gewitter, welches über einem tobt, als zu versuchen, bei dem Krach einzuschlafen. Obwohl man früher doch so gut bei Gewitter einschlafen konnte. Heutzutage spielt man lieber die kleine Nachteule, tippselt einen Blogeintrag, der im Nachhinein irgendwie total sinnfrei erscheint. Aber ab und zu darf es auch diese sinnfreien Beiträge geben, die einfach nur meine Gedanken wiedergeben.

Bis die Tage,

Jess

PS: Schonmal mitbekommen, wie ein Blitzschlag ins eigene Haus einschlug? Ich sag euch.. keine lustige Sache und ich hoffe, die wiederholt sich nicht noch einmal. :D

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