back to school

Es ist einige Zeit vergangen, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Facebook verkündet mir schon drohend, ich hätte seit 29. September 2014 nichts auf meiner Blogseite gepostet. Wie konnte ich nur? Vor allem, weil so viele Ideen in meinem Kopf rumgeistern und ich sie gerne niederschreiben würde. Aber es geht einfach nicht.
Seit Mitte September bin ich in dem Alltag angekommen, den ich wohl den Rest meines Lebens bestreiten werde: Der Schulalltag. Eine wahnsinnige Umstellung, mit Nebenjob auch ein riesen Stress. Aber ich bin angekommen. Jeder Tag zeigt mir, dass der Weg, den ich eingeschlagen habe, der richtige ist. Und dieses Gefühl ist einfach nicht zu beschreiben.

Mittlerweile ist die Hälfte meines Praxissemesters schon wieder vorbei. Ich möchte gar nicht an das Ende am 19. Dezember denken, denn schon jetzt weiß ich, dass ich die Schule, die Aufgaben eines Lehrers und das ganze drum herum vermissen werde. Wie soll das nur werden, wenn ich wieder an der Uni bin und so viel Zeugs mache, was gar nichts, aber absolut NICHTS mit meinem eigentlichen Beruf zu tun hat? *seufz*

Zu Beginn durfte ich „nur“ in den Klassen mit drin sitzen und hospitieren. Den Unterricht beobachten, Schüler beobachten, Lehrer beobachten. Lernen, was es heißt, dafür verantwortlich zu sein, dass Schüler etwas lernen. Wie viel eigentlich noch neben der normalen Lehrtätigkeit abläuft. Krisenmanagement. Eingehen auf einzelne Schüler und Problemfälle. Rahmenbedingungen. Welche pädagogischen Tricks dahinter stecken, eine Klasse zur Ruhe zu bewegen. Auf wie viele unterschiedliche Arten das passieren kann! Zu merken, wie allein die Präsenz und Ausstrahlung einer Person 30 Leute unter Kontrolle bringen kann. Was ein Blick bewirkt. All die Kleinigkeiten, die erst einmal GAR NICHTS mit dem Fachwissen zu tun haben, welches die Lehrer ebenfalls mitbringen. Und wer da nochmal sagt, Lehrer wäre ein leichter Job – der sollte sich erst einmal selbst vor eine Klasse stellen und all diese Probleme gleichzeitig bewältigen. Ach, und nicht zu vergessen: Den Stoff für die Stunde auch noch durchbringen, ne?

Relativ bald durfte ich dann auch selbst unterrichten. Erst eine kleine Einheit von 20 Minuten, dann gleich komplette Geschichtsstunden. Und genau da musste ich anfangen zu schmunzeln: Hätte mir jemand von 10 Jahren gesagt, ich würde mal Geschichte unterrichten, und dass mir das so viel Spaß machen würde.. ich glaube, ich hätte denjenigen für verrückt erklärt. Aber es ist nichts anderes. Selbst die Ur- und Frühgeschichte, mit der ich gar nichts am Hut hatte, aber auch die Antike, welche nach den Ferien folgt, all das macht richtig viel Spaß.

Viele durchgestrichene Worte. Diesen Beitrag habe ich am 28. Oktober 2014 angefangen und nie beendet. Es erscheint mir aber an dieser Stelle falsch, ihn einfach zu löschen oder anzufangen, die einzelnen Worte in Vergangenheit zu setzen und an die jetzige Situaton anzupassen. Ich habe damals versucht, so vieles festzuhalten, was mich bewegte, und bin einfach nicht dazu gekommen, dieses Zwischenfazit zu beenden.
Naja. Und jetzt ist es vorbei. Heute war mein letzter Tag an der Schule. Im Gegensatz zu vielen anderen, die die Schule heute strahlend und vorfreudig verlassen haben, weil die Ferien beginnen, die Weihnachtszeit ansteht, habe ich Tränen verdrückt, als ich zum letzten Mal die Treppen der Schule zur Straße hinuntergelaufen bin.
Ich hasse Abschiede. Zumindest die, die mir etwas wegnehmen, was ich sehr genossen und zu schätzen gelernt habe.

13 Wochen Praxissemester sind nun vorbei. Wochen, in denen ich tagtäglich zur Schule gegangen bin – aber nie mit dem Gedanken „Och näää, schon wieder Schule“. Wochen, in denen ich gemerkt habe, dass meine Berufswahl die richtige war. In denen ich so viele tolle Menschen kennengelernt habe, die mir in meinem Alltag fehlen werden. Hmpf. Ich weiß gar nicht, wie ich das, was ich fühle, überhaupt in Worte fassen soll. Und ich möchte auch gar nicht all das niederschreiben, was ich in dieser Zeit lernen konnte. Denn das ist zu viel, langweilt die, die nicht selbst auf Lehramt studieren.
Das Wichtigste, was ich aus diesem Praxissemester mitgenommen habe, ist aber definitiv die Tatsache, mein Studium möglichst bald beenden zu wollen. Es gibt keine größere Motivation als zu wissen, wofür man studiert, was am Ende dieser dämlichen zehn Semester steht.

Und in all den anstehenden Semestern werde ich immer die Worte meiner Schüler im Kopf behalten: „Frau D., schöne Weihnachten, einen guten Rutsch und viel Erfolg im Studium. Hoffentlich kommen Sie irgendwann wieder!“ :‘)

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