Flexibilität ist alles

Heutzutage leben wir in einer Welt, in der sich ständig alles verändert und man verdammt anpassungsfähig sein muss, um nicht stehen zu bleiben, den Anschluss zu verlieren oder gar unterzugehen. Geregelte und festgelegte Tagesabläufe gibt es immer seltener und generell ist sowohl die Schulzeit als auch das Studium ein Wirrwarr aus sich ständig ändernden Dingen. Beginnend beim wechselnden Stundenplan, der alle sechs Monate ein anderer ist und endend beim dämlichen Pflichtblockseminar, welches ausfällt, obwohl man schon Monate zuvor zwei Tage dafür frei halten sollte. Ganz zu schweigen vom anschließenden Chaos, für alle Teilnehmer einen Ersatztermin zu finden.

Wenn man also nicht flexibel ist, ist es der eigene Untergang.
Mir ist dieses ganze Hin und Her ein Graus. Ich war schon immer ein Mensch, der Dinge gerne im Voraus bis ins kleinste Detail plant, sodass nichts schief gehen kann. Aber zur Zeit komme ich damit nicht weit. An einem Tag fragen zwei Schüler an, ob man nicht doch noch in den Ferien zwei Nachhilfestunden einschieben könnte, und schon läuft der heiß ersehnte Urlaub grinsend an einem vorbei und sagt fröhlich „Tja, vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal. Du hattest seit August 2013 keinen Urlaub mehr, also kannst du mich auch gar nicht vermissen.“ Am nächsten Tag sitzt du im Wartebereich des Nagelstudios, um deine Nägel neu machen zu lassen und hast extra dein Tablet mitgenommen, um darauf einen Blogeintrag tippen zu können, die leere Zeit zu nutzen und ungeplante Dinge in den Tag zu integrieren. Naja. Der einzige Haken: Das Tablet hatte nicht wie eigentlich gedacht noch 50% Akkulaufzeit, sondern nur noch einen. Und auf einmal sitzt man da und überlegt sich, warum man denn am Abend zuvor nicht hergegangen ist und das dämliche Ding angeschlossen hat.

Und nun? Mittlerweile bin ich wieder zu Hause und kann dank kürzerer Nägel auch wieder einigermaßen schnell auf meiner kleinen Tablettastatur tippen. Zwar hatte ich diesen Beitrag dank hochmoderner Technik und einer wundervollen App auf dem Handy angefangen, meine Wartezeit war dann aber doch nicht so lange wie gedacht – und schon wären wir wieder beim Thema Flexibilität. Da die App aber leider nicht mit dem Blog selbst interagiert und den Beitrag nicht im normalen Dashboard abspeichert, darf ich ihn statt auf dem Laptop auf dem Tablet zu Ende tippen, da ich da die gleiche App wie auf dem Handy habe. Also mal wieder nichts mit ganz bewusster Arbeit im Arbeitszimmer am Schreibtisch mit der Sonne im Rücken, sondern eher halb bequemes Sitzen auf den Wohnzimmerhockern direkt neben der Steckdose, damit mein leerer Begleiter aufgeladen wird.

Aber hey.. wenn ich so recht überlege.. gestern Abend wollte ich ganz bewusst in meinem Arbeitszimmer arbeiten. Das Ende vom Lied war, dass ich einen Stuhl aus dem Esszimmer in mein Zimmer schleppen mussten, weil Mia und Amy nach meinem Schreibtisch meinen Drehstuhl zum neuen Lieblingsschlafplatz auserkoren hatten.
Manchmal sind es gar nicht „fremde“ Menschen, die einem die Routine und Gewohnheiten wegnehmen und einen dazu zwingen, flexibel zu sein. Oftmals lauert der kleine Teufel in den eigenen vier Wänden und guckt dich vorwurfsvoll und unschuldig an, wenn du versuchst, gewohnte Gegebenheiten wieder einzuführen.

Bis die Tage,

Jess

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