Hallo, alter Freund.

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Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten.

 Aristoteles

Manche Beiträge müssen reifen, bevor man sie tippt. Ich habe schon vor langer Zeit die Idee zu diesem Post auf einen Notitzzettel geschrieben, der über einen Monat auf meinem Schreibtisch lag, bis ich ihn vor drei Wochen in mein Notizbüchlein übertragen habe. Die letzten Male, als ich auf der Suche nach einem passenden Post für den Tag war, habe ich ihn links liegen gelassen. Heute, nachdem ich die letzten Spuren des Aufenthalts meines Bruders in meinem Arbeitszimmer verräumt habe, passt er mehr den je.

Nachdem ich eine Woche lang mein Arbeitszimmer nur betreten habe, um wichtige Unterlagen herauszuholen und auf dem Esszimmertisch abzustellen, habe ich heute nach der Arbeit wieder alles in seinen ursprünglichen Zustand zurückverwandeln können. Das Luftbett verräumen, Unterlagen einsortieren, alle wichtigen Dinge wieder richtig anordnen und es genießen, dass trotz Mistwetter ein paar Sonnenstrahlen durch das Fenster kommen, um mich wieder in meinem Zimmerchen zu begrüßen. Die letzten Tage hatte ich zwar mehrfach meinen Laptop in der Hand und wollte unbedingt einen Post veröffentlichen, weil ich mir ja vorgenommen hatte, regelmäßiger zu bloggen. Aber es klappte nie. Die Worte wollten nicht über meine Finger kommen und mein Kopf fühlte sich leer an. Mir fehlte es an Freude. Und als ich heute wieder an meinem Tisch saß, mein Notizbuch in die Hand nahm und die Idee „Der Arbeitsplatz ist die halbe Miete“ las, war mir klar, dass Aristoteles mit seiner Aussage vollkommen Recht hat. Nur mit Freude kann etwas wirklich gelingen. Und Freude am Bloggen bedeutet für mich auch, mein kleines Reich zu genießen.

Klein ist vielleicht an dieser Stelle falsch. Immerhin sind es zwölf Quadratmeter, auf welchen ich mich ganz nach meinem Geschmack austoben kann, und das im Moment nur für einen Schreibtisch und zwei große Expedit-Regale von IKEA (ja, als ich mein Zimmer einrichtete gab es noch Expedit und ich bin sehr froh darüber). Zwar ist der Schnitt etwas unglücklich, weil der Raum einem Rechteck gleicht un an den kurzen Seiten jeweils das Fenster und die Tür eingelassen sind, aber mittlerweile habe ich mich super damit arrangieren können und liebe es, dass mein Arbeitsbereich in wundervolles Licht getaucht ist, was ich ohne viel Zutun auf dem Bild oben festhalten konnte.

Wenn ich an meinem Tisch sitze und nur das Fenster vor mir habe, dann gibt es keine Ablenkung. Ich kann die Welt hinter mir lassen, die Türe hinter mir schließen und mich voll auf das konzentrieren, was ich mache – sei es am Blog werkeln, im Netz surfen, an einer Hausarbeit schreiben oder ein Buch lesen. Nichts, was auf einmal wichtiger sein könnte. Und seit dies so ist, erledige ich tatsächlich wieder mehr am Laptop, und das obwohl ich vor einem Monat noch glaubte, auf das Ding gut und gerne verzichten zu können.

Auf meinem Tisch sind alle wichtigen Dinge verteilt – das ist mir wichtig, denn wenn ich etwas brauche, möchte ich nicht ewig danach suchen müssen. Zu meiner Linken liegt mein „ToDo“-Stapel mit der neuesten Spiegelausgabe, die mir mein Vater mitgegeben hat, mein Block mit der Gliederung meiner Hausarbeit, drei Folien mit den Unterlagen für die Uni, die Nachhilfe und alle weiteren Dinge, die gerade anstehen. Daneben befindet sich mein Notizbuch, was immer wieder den Platz mit meinem neuen Kalender von paperblanks wechselt, je nachdem, in welchem ich gerade schreibe. Direkt darüber mein Tischkalender – man kann nie genug Kalender haben! -, Notizblätter und meine wunderbaren Stiftehalter von IKEA, die vermutlich bald jeder hat, die ich aber gerade aufgrund des leicht Verspielten und Mädchenhaften wahnsinnig gerne mag. Sie sind auch meine neueste Errungenschaft in diesem Zimmer, aber sie waren genau das, was mir noch fehlte. Direkt daneben steht meine Tischlampe, die ich so gut wie nie einschalte, und auf der anderen Seite meine beiden Mäppchen, weil ich nie genug Stifte dabei haben kann und schon immer der Mensch war, der lieber immer so viel unnötiges Zeugs mit sich schleppt, als auch nur in irgendeiner Situation nicht mit den nötigen Materialien ausgestattet zu sein. Und zwischen all diesen Kram quetschen sich meistens auch noch Mia und Amy – die beiden sind nämlich mittlerweile auch Standardinventar auf meinem Tisch, wie man auf Instagram schon oft genug sehen konnte.

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Links neben dem Tisch steht auch mein Regal, indem sich die Ordnung auch an der Wichtigkeit orientiert. Ein Muss sind natürlich unendlich viele Post-Its – von denen kann man eigentlich auch nie genug haben, fast so wie von Kalendern – und die bedrohlichen Unibücher dürfen natürlich auch nicht fehlen. Man will das ja nie vergessen.
Übrigens bin ich immer noch verliebt in den Stil von Expedit/Kallax-Regalen. Man kann mir erzählen, was man will, aber ich würde nichts mehr dagegen eintauschen. Allein weil das ganze System sich meiner Spontanität, immer wieder etwas umstellen oder verändern zu müssen, super anpassen kann.

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Zu meiner Rechten sieht es eher karg aus. Wasserflasche, etwas größere Post-Its und mein Kalender. Meistens fährt da auch noch mein Handy rum. Oder eine von den zwei Katzen.
Da es doch recht leer aussieht, habe ich davon kein Bild gemacht. Allerdings habe ich noch eine Aufnahme mit Amy, auf der der Tisch zu sehen ist, und irgendwie gefällt es mir, wie mein kleines Kätzchen auf meinem Tisch thront. Und da sieht die rechte Seite tatsächlich gar nicht so leer aus, wie sie sich anfühlt!

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Für den ein oder anderen mag es vielleicht dämlich erscheinen, einen ganzen Post einem Arbeitsbereich zu widmen. Aber ich habe gemerkt, dass er viel ausmacht. Der richtige Arbeitsbereich ist wie ein alter Freund, der einem bei allen Aufgaben zur Seite steht und dich nicht im Stich lässt. Dank diverser Umzüge und auch Zimmerumstellungen weiß ich, dass es verdammt viel ausmacht, ob man sich diesen Platz schön und nach dem eigenen Geschmack einrichtet oder ob man ihn nur kalt und trostlos zum Arbeiten nutzt. Meistens hat letzteres den Effekt, dass man viel unmotivierter und lustloser an Dinge rangeht, die man nicht aufschieben kann. Ich hingegen freue mich mittlerweile immer sehr darauf, wenn in meinem Kalender „Homeoffice“ oder „Blogpost veröffentlichen“ oder „Hausarbeit schreiben“ steht. Wenn ich dann nach Stunden, die mir meistens gar nicht so lange vorkommen, den Laptop ausmache und das Arbeitszimmer verlasse, habe ich meistens das Gefühl, etwas geschafft zu haben, einen Schritt weiter zu sein.

Wie sieht euer Arbeitsbereich aus? Liebevoll eingerichtet oder eher zweckdienlich und gut ist? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Bis die Tage,

Jess

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