Gedanken im Mai

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Schon wieder ist ein Monat vorbei. Es ist unglaublich, wie die Zeit rennt. In zwei Monaten ist mein Semester schon wieder vorbei und ich starte in eine lange Phase von unendlich vielen Hausarbeiten. Aber das ist gar nicht das Thema. Was ist eigentlich alles im Mai passiert?

Wenn ich ehrlich bin, kann ich diese Frage nur schwer beantworten. Ich bin sehr oft vergesslich, wenn es um die alltäglichen Dinge geht und kann froh sein, wenn ich noch weiß, was ich im Laufe der Woche gegessen habe. Deshalb versuche ich mal ein ganz anderes Modell des Monatsrückblicks, ganz im Zeichen des Beitragstitels: Meine Gedanken im Mai.

„Schon wieder fällt eine Stunde aus. Schon wieder will man eine Stunde verschieben. Bin ich eigentlich der Depp vom Dienst, der springt, wenn man pfeift? Ich habe das Gefühl, ständig die Fehler der Eltern ausbügeln zu müssen, teilweise die Schüler mehr zu erziehen und ihnen ins Gewissen reden zu müssen, als ihre Eltern es machen. Und wieso muss ich eigentlich Eltern beibringen, wie man am besten mit ihren eigenen Kindern umgeht, obwohl ich selbst noch keine Kinder habe?“

„Ich habe noch zwei Wochen Zeit, bis ich zwei Referate halte. Das schaffe ich locker. Schließlich ist ein Referat im Großen und Ganzen schon fertig. Ich muss nur noch darauf hoffen, dass sich meine Kommilitonen endlich einig werden, wie wir das Ganze gestalten.“

„Drei Tage. Ich habe noch drei verfluchte Tage bis zu diesem einen Referat in dem Seminar, welches ich eigentlich gar nicht leiden kann. Und mein Körper meint nun, mit einer Erkältung um’s Eck kommen zu wollen? Mäh.“

„Verdammt. Ich schaffe das alles nicht. Ich werfe einfach alles hin.“

„Jawohl! Ich muss morgen anderen Leuten etwas von Dingen erzählen, die ich selbst nicht so ganz verstanden habe, und ausgerechnet JETZT habe ich keine Stimme mehr. Großartig! So stelle ich mir ein entspanntes Leben vor!“

„Ich habe es überlebt. Es geschafft. Mich durch meinen Alltag gequält, obwohl mein Körper mit aller Macht eine Pause einfordert.“

„Wenn ich überlege, wie wenig ich zur Schulzeit leisten musste, frage ich mich wirklich, weshalb es mir damals so schwer fiel.“

„Ich liege im Bett und bin zu müde, die Dinge zu genießen, die früher mein Leben erfüllt haben.“

„Bronchitis? Oh. Nett.“

„In einem Buch zu versinken ist wie einen alten Freund nach langer Zeit wiederzutreffen und so viele Gefühle auf einmal zu empfinden, die dein Leben bereichern.“

„Du blödes, blödes Tablet! Was löschst du meine Notizen?!“

„Ich schreibe wieder. Regelmäßig. Es befreit. Und ich erhalte sogar den ein oder anderen Kommentar. Danke!“

„Zu Hause. Ich bin zu Hause. Und ich spüre die Wärme und Liebe, die mich umgibt, und bin so unendlich dankbar dafür. Gerne wäre ich viel länger hier. Nicht, um nichts zu tun, sondern einfach um all das in mich aufzusaugen. Kraft zu tanken.“

„Du jammerst darüber, dass du es so schwer hast. Du bist lange weg von ihm? Ich habe das, was du durchmachst, lange Zeit ausgehalten. Und mehr. Und ich habe nicht aufgegeben, sondern weitergekämpft. Mich nicht aufgegeben. Denk mal darüber nach.“

„Ich sehe ein Bild von euch bei Facebook und spüre diesen schmerzvollen Stich in meinem Herzen. Habe ich etwas falsch gemacht? Liegt es an mir? Aber ich gebe mir doch so viel Mühe.“

„Vielleicht bin ich zu kompliziert für das. Vielleicht denke ich zu viel nach. Vielleicht habe ich ganz andere Probleme als ihr, weil ich einen anderen Weg gehe. Aber ich bin ich. Ich möchte mich nicht ändern.“

„Sie alle reden immer davon, mich unterstützen zu wollen. Einen Scheiß machen sie. Große Klappe, nichts dahinter. Und wenn ich ihre Hilfe nicht mehr brauche, stehen sie wieder als die größten Gönner dar. Weil sie ja dann helfen. Aber ich werde ihre Hilfe nicht mehr brauchen.“

„Danke, ihr zwei kleinen Hexen. Danke dafür, dass ihr immer dann so viel Blödsinn macht, wenn die Mama verzweifelt, nicht mehr weiter weiß und aufgeben möchte. Ihr spürt, wann ihr für mich da sein müsst, und seid es einfach auf diese einfache, besondere Weise.“

„Ich liege hier auf dieser Schaukel und beobachte den Himmel, vergesse für einen Moment die Welt. Sie kann mir gar nichts, denn ich bin stark, denn ich habe euch!“

„Dieses Herzklopfen. Diese besonderen Erinnerungen.“

„Hey du. Ja du, diese Person da im Spiegel. Strahl mal ein bisschen. Du findest dann wieder zu dir selbst zurück.“

 

Bis die Tage,

Jess

 

PS: Ich wurde zu dieser Form des Monatsrückblicks von Kleinstadtcarrie inspiriert. Klickt hier um euch auch ein bisschen von ihr inspirieren zu lassen. :)

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