Meine Kolumne. [Sonntagsgedanken »1«]

Sonntage. Sie kommen und gehen. Bereits vor einer Woche saß ich zwei Stunden in meinem Arbeitszimmer und habe an der Idee dieses Blogposts gearbeitet. Ein Post, der regelmäßig erscheinen soll. Der mich ganz fest einmal in der Woche an meinen Laptop bringt, den ich nicht einfach um einen Tag verschieben kann. Sonntage gibt es eben immer nur einmal in der Woche. Und passenderweise habe ich natürlich letzten Sonntag absolut keine Zeit für einen Sonntagsgedankenpost gehabt. Ironie des Schicksals? Vielleicht. Dennoch möchte ich diese Idee nicht verwerfen. Eine kleine Kolumne starten.

Während der Woche passiert meistens so viel. Selten komme ich dazu, mir wirklich zu merken, was eigentlich geschehen ist. All die Gedanken, die ich im Laufe einer Woche in meinem Kopf habe, sind meistens genau dann wie weggeblasen, wenn ich mich hinsetzen und sie niederschreiben möchte. Ich lese davon, dass andere Tagebuch führen. Sehe auf Snapchat, wie sie ihre Gedanken niederschreiben. Vielleicht wäre das auch für mich eine kleine Idee, damit ich nicht lange nachdenken muss, was mich eigentlich beschäftigt hat. Dass ich mich mit all diesen Sachen auseinandersetzen kann, weil ich sie mir wieder vor Augen führe, statt sie eigentlich eher ungewollt zu verdrängen, bis sie mich im Schlaf heimsuchen. Ich schaue immer wieder in mein Regal, sehe ein Notizbuch, welches ich mir vor zwei oder drei Monaten geholt habe. Auf dem Buchrücken steht „Live the life you’ve always dreamed of“. Der Buchdeckel vermittelt eine Botschaft. „This life is yours to create.“ So gerne würde ich das machen. Die verrückten Ideen niederschreiben, sie ausschmücken. Aus all dem Wirrwarr etwas Schönes basteln. Tagebücher kreieren, in denen meine Kinder irgendwann lesen können. Und vieles mehr.
Aber mir fehlt die Zeit dazu.

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Ich weiß, dass an dieser Stelle immer der Spruch kommt, dass man sich Zeit für Dinge nehmen sollte, die einem wichtig sind und am Herzen liegen. Klar. Natürlich! Ich stimme dem voll und ganz zu. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass mein Terminkalender voll ist. Zu voll. Ich erschaffe mein Leben, meine Zukunft. Und ich arbeite hart dafür, auch wenn ich das selten selbst so sehe. Mir selten sage. Ich bin damit meistens nicht zufrieden, will mehr als das, was ich bereits habe. Studium? Klar, logisch! Doppelt so viele Leistungspunkte wie benötigt. Das Ding muss in acht Semestern durch sein. Arbeit? Her damit! Ich will mein Leben selbst finanzieren, unabhängig sein. Mir was gönnen. Und wenn das zwischen 15 und 20 Stunden Arbeit in der Woche bedeutet, dann ist das halt so. Freizeit? Natürlich! Ich kann nicht ohne meine Bücher. Will in einer anderen Welt versinken. Liebe es, bei offenem Fenster die Stunde zur Uni und wieder zurückzufahren, dabei laut Musik zu hören, mitzusingen oder meine Gedanken schweifen zu lassen. Serien schauen! Ich könnte nicht ohne. Am liebsten die, die auch etwas für mein Köpfchen sind. Haushalt? Mein Gebiet. Und egal wie stressig es auch ist, bei mir hat es sauber zu sein. Ich lasse nichts schleifen. Blog? Nicht mehr ohne. Jeder einzelne Blogpost tut meiner Seele gut, auch wenn ich daran eine Stunde oder länger arbeite, weil ich manchmal Entwürfe von 800 Wörtern lösche. Alle Kommentare, die ich lese, zaubern mir ein Lächeln auf die Lippen. Jedes „Gefällt mir“ auf Facebook, jedes „Like“ auf Instagram, jeder „Stern“ auf Twitter.

Ich könnte diese Liste endlos fortsetzen, weil ich ständig durch all die sozialen Netzwerke inspiriert werde, weitere Dinge hinzufügen. Und am liebsten hätte ich 48 Stunden pro Tag, um ein bisschen von allem zu erledigen. Mein Leben zu erschaffen. Nicht nur auf beruflicher Ebene. Ich will mich selbst entdecken. Herausfinden, wer ich bin, was alles zu mir gehört. Klar, ich bin 22. Ich weiß, wer ich bin und wie mein Lebensweg aussehen wird, wenn er so verläuft, wie ich es mir vorstelle. Aber ich habe dennoch lange nicht aufgehört, herauszufinden, wie viele Facetten ich habe. Ich will sie alle ausleben! Je mehr trockene Dinge ich erledige und abarbeite, umso kreativer möchte ich sein.

Also sitze ich wieder an einem Sonntag bei offenem Fenster in meinem Arbeitszimmer und erledige einige Dinge, die ich unter der Woche einfach nicht schaffe. Und auch wenn viele das als Arbeit bezeichnen würden, bin ich glücklich und zufrieden damit. Denn genau das ist ein Teil von mir, den ich erst vor kurzem entdeckt habe, aber nicht mehr missen möchte.

Bis die Tage,

Jess

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