Monatsrückblick #5: Oktober 2016

Der goldene Oktober – er kam und er ging. Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht allzu viel davon mitbekommen, denn im Oktober war bei mir einiges los…

spruchDer Oktober bedeutete Abschiede. Abschiede von den wunderbaren Sommerkleidern, den offenen Schuhen, der Tatsache, dass man ohne Socken durch die Gegend laufen kann. Abschiede von einer freien, unbeschwerten Zeit, in der das Leben irgendwie ein bisschen pausierte. Abschied vom Urlaub, der irgendwie doch viel zu kurz war und der Tatsache, dass der Terminkalender irgendwo in der Ecke verstauben konnte. Aber auch Abschied von ihm. Einem geliebten Familienmitglied, der uns alle regelmäßig zum lachen, zum weinen und zum toben brachte. Es ist heute einen Monat her, seit wir dich gehen lassen mussten, und doch bist du immer noch hier – in unseren Gedanken, unserem Herzen. Du fehlst. Aber es war richtig, dass du gehen durftest. Ruhe in Frieden, treuer Gefährte.

Im Oktober habe ich endlich wieder komplett in meinen Arbeitsalltag hineingefunden und war schlicht schockiert, welches Arbeitspensum mich erwartet. Ich habe weniger Schüler als letztes Schuljahr und doch komme ich im Gesamten auf viel mehr Stunden. Das hielt mich die letzten vier Wochen auf Trab und irgendwie habe ich mich immer noch nicht ganz damit abgefunden. Gleichzeitig habe ich mir den gesamten Oktober den Kopf darüber zerbrochen, wie es weiter gehen soll. Wo möchte ich mit meinem Unternehmen hin? Wie kann ich diese enorme Nachfrage weiterhin bedienen, obwohl meine Zeit schon gänzlich erschöpft ist und einfach keine Termine in meinen Terminplan passen? Was unterscheidet mich von anderen Anbietern, außer der Qualität, die ich abliefere? Wie interagiere ich besser mit anderen Menschen? Wie kann ich meine Social Media Kanäle weiter ausbauen, mit welchem Inhalt kann ich sie füllen? Wie gebe ich etwas von der Arbeit ab? So viele Fragen und meist viel weniger Antworten. Aber ich hasse Stillstand, also arbeite ich weiter daran, Antworten zu finden.

Neben der Arbeit ging Mitte Oktober das Semester wieder los. Ich habe immer weniger Kurse, einfach weil es auf das Ende meines Studiums zugeht. Ich sehe langsam ein Licht am Ende des Tunnels und doch sehe ich mich ständig in dem Konflikt, zwischen dem Studium und all meinen anderen Prioritäten wählen zu müssen. Hinzu kommt, dass ich momentan einfach nicht mehr wohlwollend auf das Studium zu sprechen bin, weil ich nicht in den Kursen, die ich belegen muss, aufgehen kann. Weil das letzte Semester organisatorisch die reinste Katastrophe war, obwohl ich am Ende doch noch recht gut abschneiden konnte. Es wird Zeit, dem ganzen langsam ein Ende zu setzen, auch wenn ich die Kurse, in denen ich völlig aufgehen konnte und die mir auch so vieles für meinen späteren Beruf, aber auch schon jetzt für meinen Beruf als Nachhilfelehrer so viel mitgegeben haben, vermissen werde. Ich sitze die restliche Zeit ab. Und dann kommt das Ende. Und irgendwie fühlt es sich genau so an, wenn ich an mein Studium denke.

Der Oktober war für mich aber irgendwie auch ein wunderbarer Wendepunkt in meinem Leben. Ich habe lange Zeit damit gehadert, wie katastrophal mein soziales Leben in den letzten Jahren verlaufen ist, wie viele Wege sich trennen mussten, wie viele Enttäuschungen sich dadurch in mir breit gemacht haben. Vielleicht bin ich jetzt an dem Punkt, an dem ich Vergangenes akzeptieren kann und wieder die positiven Seiten an dem ganzen Mist sehen kann. Vielleicht bin ich jetzt auch an dem Punkt, an dem es ein, zwei Menschen gibt, die sich in mein Leben geschlichen haben und es schlichtweg bereichern. Vielleicht. Ich formuliere es wage, denn ich bin vorsichtig. Und ich formuliere es wage, weil es vielleicht doch viel mehr verdient als einen Absatz in einem Monatsrückblick.

Der Oktober endete für mich nicht nur mit der wundervollen Tatsache, dass uns wieder eine Stunde Zeit geschenkt wurde (ich bin der absolute Winterzeit-Typ und komme mit der Sommerzeit einfach nicht klar, auch wenn es immer heißt, man würde sich daran gewöhnen), sondern auch damit, dass mir im Facebook das ganze letzte Wochenende Rückblicke eingeblendet wurden, von Dingen, die ich vor zwei Jahren festgehalten habe. Meine wunderbaren Schätze Amy und Mia sind nun seit zwei Jahren Teil der Familie und ich möchte sie keinen Moment mehr missen, auch wenn sie mich oft genug in den Wahnsinn treiben. Motzekatze und Helikopterkitty, ich bin so glücklich darüber, dass es euch gibt.

amy-und-mia

Bis die Tage,

Jess

8 thoughts on “Monatsrückblick #5: Oktober 2016

  1. Mir geht es mit der Winterzeit genau anders rum. Ich habe sie zieemlich dick.
    Der Oktober/November ist aber auch der Monat des Wechsels: Alle Pflanzen haben schon für das Frühjahr vorgesorgt. Die Farben der Blätter verschönern die Welt.

  2. Tut mir leid mit deinem Familienmitglied. Das ist immer schwer!

    Wann machst du denn jetzt Examen, splittest du und machst im April und Oktober nächsten Jahres?

  3. Ja.. jemanden, den man liebt, gehen zu lassen, ist nie schön..

    Ich mache mein Examen in beiden Fächern im Oktober. Da es – was den Eintritt in’s Referendariat angeht – völlig egal ist, ob ich es im April oder im Oktober mache, habe ich es in den Herbst verlegt, weil ich so vermeiden kann, dass ich mich gleichzeitig auf das Examen vorbereiten und extrem viel arbeiten muss.

  4. Naja, entspannt wird Nicht-Splitten sicherlich nicht. Ich kenne nur wenige, die das so machen, viele splitten dann lieber noch mal in ein Frühjahr drauf, und verlieren damit halt ein ganzes Jahr fürs Ref. Also ich glaube, Splitten wäre schon deutlich entspannter.

  5. Also ich weiß ja nicht.. es sind ja an sich ’nur‘ zwei Stunden Prüfung, in der Regel auch an unterschiedlichen Tagen. Das ist wie drei mündliche Prüfungen hintereinander und vielleicht sehe ich das etwas entspannter, weil mir die mündlichen Prüfungen einfach mehr liegen als alles andere und ich mittlerweile ziemlich viele davon gemacht habe.

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