Rezension: Ulrike Parthen – Sauerkraut mit Peperoni

Sie will unbedingt heiraten. Er wiederum einen Propeller im Wohnzimmer installieren. Wegen der physikalischen Gesetze, die damit ausgetrickst werden sollen. So viel vorweg: Beide gelangen schlussendlich zu einem Happyend, wenn auch unter erschwerten Bedingungen – Scherben inklusive. Und dann wäre ja noch dieser TV-Auftritt, der beide vor große Herausforderungen stellt. Allen voran die Sprachbarriere, die auch im Alltag immer wieder für Gelächter sorgt. Kein Wunder, wenn sich akzentfreies Schwäbisch und Hohenlohisch aus Gründen der Liebe zusammentun.

Eine heitere Hohenloher Liebes-Komödie nach wahren Begebenheiten.

Warum habe ich mir dieses Buch gekauft?

Nach meiner letzten, eher deprimierenden Leseerfahrung, die mir auch ein bisschen die Lust am Lesen genommen hat, war ich etwas gefrustet. Ich hatte genug von blödem Klischee-Kitsch, aber ich hatte auch genug von Schiller und Goethe. Umso spannender war es für mich zu lesen, dass Ulrike Parthen ihr frisch erschienenes Werk ausgewählten Bloggern zum Lesen zur Verfügung stellt, weshalb mir schnell klar war, dass ich mich für diese Kooperation bewerbe. Deshalb hat es mich auch sehr gefreut, als die Zusage kam und ich zwei Tage später drei Exemplare von „Sauerkraut mit Peperoni“ im Briefkasten fand.

Leseerfahrung

Um Hochzeiten komme ich aktuell irgendwie nicht drum herum. Das war tatsächlich mein erster Gedanke, als ich das erste Kapitel des Buches beendet habe. Uli beschreibt darin etwas, was wohl jede Frau schon getan hat – nachmittags vor dem Fernseher sitzen und Bräute dabei beobachten, wie sie ihr Traumkleid aussuchen und sich dabei über die eigene Hochzeit Gedanken machen.

Dieses Alltägliche – mit einer guten Prise Humor gewürzt – ist das, was auch den Charme des ganzen Buches ausmacht. Als Leser begleitet man Uli und ihren lieben Rüdi von den ersten Wünschen nach einer Hochzeit über den Antrag, den ersten verpatzten Heiratstermin bis hin zur Hochzeit selbst, natürlich inklusive einem lustigen After-Wedding-Braut-Shooting und diversen ehelichen Situationen nach der Hochzeit, über die man immer wieder schmunzeln muss, weil man sich doch darin wiederfindet – sei es nun in Uli oder in Rüdi. Und mit jeder Seite wachsen beide einem immer mehr ans Herz.

Dementsprechend schnell habe ich die 120 Seiten auch verschlungen und wer weiß – vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung dieser wunderbaren Einblicke.

Sauerkraut mit Peperoni ist übrigens ein geliebtes Gericht von Rüdi – wer das Rezept dazu will, sollte das Buch lesen! Ich verrate es an dieser Stelle nicht. *gg*

Das Erzählte

Wir begleiten als Leser Ulis Erlebnisse aus der Ich-Perspektive – einer der vielen Gründe, weshalb man sich an vielen Stellen so leicht mit ihr identifizieren kann. Die alltäglichen Situationen sind mal sehr detailiert, mal etwas kürzer angerissen beschrieben und doch bleiben alle irgendwie hängen. Sei es Ulis erster Besuch auf einem Fränkischen Volksfest, ein Auftritt im Fernsehen, Rüdis Versuch, einen Propeller an die Wohnzimmerdecke zu schrauben oder Ulis Auflug in die Welt eines Fotografen.

Mich haben die Themen ziemlich begeistert, weil vieles angesprochen wird, das ich – mit meinem Leben zwischen dem Badischen und Schwäbischen in Baden-Württemberg – nur zu gut kenne. Angefangen mit den Dialekten, die wie ein Sing-Sang klingen oder ein Besuch in Baden-Baden beim SWR. Wer in Baden-Württemberg wohnt weiß sofort, worum es geht, was mit dem Sing-Sang der Dialekte gemeint ist oder dass es durchaus zu Verständnisschwierigkeiten kommen kann, wenn die unterschiedlichen Dialekte aufeinandertreffen, die dann dazu führen, dass man herzlichst miteinander lacht. Genauso fand ich den Einblick in die Welt der Fotografen einfach köstlich – es ist zwar lange her, aber wenn man ein bisschen Ahnung von Fotografie hat, wirken die Passagen, in denen man in diese Welt eintauchen darf, noch viel lustiger. Generell habe ich an vielen Stellen gedacht, dass dies auch auf mich und mein Leben zutreffen könnte, und das gefiel mir sehr.

Was mir ein bisschen gefehlt hat waren einzelne Hintergrundinformationen, beispielsweise zu Ulis TV-Auftritt. Allerdings habe ich – neugierig wie ich bin – dann auf Ulis Seite www.ulrikeparthen.de nachgeforscht und entdeckt, dass dort die Sachen aufgeführt sind, die mir ein bisschen gefehlt haben, wie zum Beispiel die Erklärung, worüber genau bei dem TV-Auftritt gesprochen wurde. Ansonsten war es einfach eine erfrischende Lektüre, die irgendwie etwas ganz anderes war als das, was ich in letzter Zeit gelesen habe.

Fazit

Durch ihren lockeren, witzigen und angenehmen Schreibstil ermöglicht Ulrike Parthen es ihren Lesern, sich schnell und einfach in das Leben von Uli und Rüdi einzufinden und daran teilzuhaben. Aber nicht nur das: Durch den Wortwitz und den Charme, die dabei meiner Meinung nach eine entscheidende Rolle spielen, erhält man auch die Möglichkeit, über sich selbst zu reflektieren, da man sich doch recht häufig in Situationen wiedererkennt und dabei nicht nur über Uli und Rüdi, sondern auch sich selbst schmunzeln muss. Es hat Spaß gemacht, in Ulis Welt einzutauchen und ich würde mich freuen, wenn wir irgendwann mit weiteren lustigen Situationen aus dem Eheleben der beiden versorgt werden.

Empfehlung

Ich denke, dass aus meiner Rezension recht schnell klar wird, dass ich dieses lustige, süße Büchlein auf jeden Fall jedem weiterempfehle, der den oft viel zu ernsten Alltag mal gewürzt mit einer Prise Humor erleben will. Aber abgesehen von meiner Empfehlung biete ich euch an dieser Stelle die Möglichkeit, euch selbst ein Bild von „Sauerkraut mit Peperoni“ zu machen, denn Uli war so lieb und hat mir nicht nur ein Exemplar für mich, sondern zwei weitere für euch zur Verfügung gestellt, die ich nun an euch verlose! Was ihr machen müsst, um zu gewinnen?

Folgt mir einfach auf Facebook oder Instagram, lasst ein „Gefällt mir“ bzw. Herzchen bei folgendem Bild da und verlinkt jemanden, der auch Interesse an diesem Buch haben könnte. Unter allen Teilnehmern auf Facebook und Instagram werde ich die Bücher verlosen. Teilnahmeschluss ist der 05.03.2017, 20.00 Uhr. Wer weiß! Vielleicht bist ja genau du es, der demnächst auch eine so schöne Lektüre im Briefkasten vorfindet.

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