Monatsrückblick #10: Juni 2017

Bis ich zu meinen Monatsrückblicken komme, ist meistens schon wieder der nächste Monat zur Hälfte vorbei. Aber dennoch möchte ich euch nicht vorenthalten, was im Juni bei mir alles los war:

 

Erkenntnis des Monats

Es ist erstaunlich, wie sehr ich mich als Mensch innerhalb der letzten zehn Jahre verändert und wie sich meine Prioritäten verschoben haben. Wer mich länger kennt, meine Zeit mit mir verbrachte, bevor dieser Blog existierte, der weiß: Früher war ich fast zu jeder Tages- und Nachtzeit online anzutreffen. Das war noch zu Zeiten vor Twitter und Facebook, als man sich hauptsächlich nach der Schule in Chaträumen traf, Zeit miteinander verbrachte und irgendwie dieses World Wide Web entdeckte.

Ich gebe es zu: Damals war ich süchtig danach, online zu sein. Ich legte auch sehr großen Wert darauf, was Menschen, die ich gar nicht richtig kannte, die mich nur oberflächlich wahrnahmen, von mir hielten und verzettelte mich so oft in Diskussionen, die völlig sinnfrei waren und mich im Leben nicht weiterbrachten. An die Zeit, die ich in meinem Leben damit verschwendete, belangloses Zeugs mit Leuten zu besprechen, die mich eh vergaßen, sobald ich längere Zeit offline war, will ich gar nicht denken. Aber diese Phase hat mich eins gelehrt: Es sind nicht die wichtig, die online irgendwelchen Blödsinn von sich geben. Es sind die wichtig, die offline zu dir stehen, die deine Ecken und Kanten nicht ändern wollen, sondern dich genau deshalb lieben. Und die einzige Meinung, die für dich wichtig sein sollte, ist die Meinung genau dieser Menschen – Menschen, die für dich die Hand ins Feuer legen, die je nach Situation hinter dir stehen und den Rücken stärken, neben dir stehen und dir helfen, eine Situation durchzustehen oder die sich auch vor dich stellen und dich verteidigen, wenn du gerade zu schwach dafür bist.

Ich bin dankbar für die Zeit, die mich erkennen ließ, dass das reale Leben und die Meinung der Menschen im realen Leben viel wichtiger ist als alles, was online passiert. Und dass im Zweifelsfall der Klick auf das X Wunder bewirken und die Lebensqualität deutlich verbessern kann. Ja, ich erwische mich ab und zu dabei, dass ich den Austausch von damals vermisse. Aber das weicht dann sehr schnell der Erkenntnis, dass ich mit diesen Leuten an meiner Seite wohl nicht so weit gekommen wäre, wie ich es heute bin.

 

Arbeit

Trotz zwei Wochen Ferien war im Juni dummerweise viel los. Dieses Jahr hört es irgendwie gar nicht mehr auf mit der Arbeit. Ich hatte nach den Ferien nochmals eine extrem stressige Phase, denn die mündlichen Prüfungen meiner Abschlussschüler kündigten sich zeitgleich mit den letzten Klassenarbeiten meiner anderen Schüler an. Und was habe ich mich manchmal über meine Arbeit aufregen müssen! Ich bin ferienreif, aber sowas von.

 

Schlaf

Mein Körper hasste mich im Juni einfach. Meine Fitbit meckerte permanent, dass ich durchschnittlich weniger schlafe als ich sollte und ich fand auch nur sehr schwer in den Schlaf, obwohl ich den ganzen Tag das Gefühl habe, müde zu sein. Den Teufelskreis aus nicht schlafen können, Serien bis zur unendlichen Müdigkeit anschauen, spät einschlafen, später aufstehen und dabei doch nicht genug geschlafen zu haben, habe ich im Juni perfektioniert. Das war anstrengend, sodass es mich eines abends um 19.30 Uhr auf der Couch einfach ausschaltete. Ich schlafe generell nie auf der Couch ein, aber die Kombination aus wenig und dazu noch nicht einmal erholsamen Schlaf, viel Arbeit und der inneren Unruhe hat mich einfach ausgeknockt.  Hoffen wir mal, dass es im Juli wieder besser wird.

 

Serien

Im Juni habe ich fleißig Grey’s Anatomy geschaut und sie still und heimlich zu einer meiner Lieblingsserien erklärt – neben The Big Bang Theory und How I met your mother. Umso grauenvoller war es, als ich irgendwann lesen musste, dass die Serie aus Prime rausgenommen wird – falls mich also jemand beschenken möchte, ich hänge aktuell bei Staffel 7, möchte aber irgendwann alle Staffeln im Regal haben. Überhaupt – ich baue für Serien im Wohnzimmer irgendwann einfach an.

 

Shopping

Mein Bruder hat das Abitur endlich hinter sich – und dementsprechend steht sein Abiball im Juli an. Dafür habe ich mir ein Kleid geholt, welches ich mehr liebe als mein damaliges Abiballkleid (was ich mittlerweile auch entsorgt habe). Love at first sight. Das gibt es selten bei mir.

(Die passenden Love at first sight – Schuhe habe ich übrigens heute erhalten. Beides von Amazon. Beides so toll.)

 

Perhaps there’s something there that wasn’t there before.

Der ein oder andere hat es sicherlich auf Twitter, Instagram oder Facebook mitbekommen. Ich habe am 24. Juni ein Bild einer wunderschönen Rose von Monde des fleurs online gestellt – vorerst nur mit dem Text „Perhaps there’s something there that wasn’t there before.“. Damit habe ich kurzzeitig eine Spekulationswelle ausgelöst. Nein! Ich bin nicht schwanger! Für die, die es nicht wissen: Das Zitat stammt aus Die Schöne und das Biest, aus dem Lied Something there, welches ich seit ich mit meiner Schwester im Film war rauf und runter höre. Ich habe das Zitat gewählt, weil es Raum für Spekulationen lässt (ich aber nie mit der Schwangerschaftsspekulation gerechnet habe) und gleichzeitig zu der Rose passt, die ich erhalten habe – La Belle – , inspiriert von dem Film. Und ja – da ist tatsächlich etwas, was zuvor nicht da war: Ein wunderschöner Ring an meinem linken Ringfinger. Mehr möchte ich gar nicht dazu sagen, denn seit ich diesen Ring an meinem Finger trage, geistert in meinem Kopf ein Blogpost dazu rum, den ich hoffentlich bald getippt habe.

Nur so viel vorab: Ich bin glücklich. Sehr sogar.

Bis die Tage,

Jess