Gefühle. [Random facts #3]

1. Ich bin ein kleines Sensibelchen. Vieles, was zu mir gesagt wird, beschäftigt mich meistens einige Tage – gerade, wenn es um mich, meine Gedanken und Gefühle geht. Ein falsches Wort kann ich mir sehr zu Herzen nehmen und lange daran knabbern. Gleichzeitig nehme ich auch viel der Gefühle anderer wahr, weil mir auch kleinste Gefühlsregungen meistens nicht entgehen.

2. Obwohl ich ein kleines Sensibelchen bin, haben viele von mir den Eindruck, dass ich kalt, abgeklärt, sarkastisch und zynisch bin und die Gefühle anderer selten an mich heranlasse. Was völlig falsch ist, über die Jahre wohl aber einfach meine Schutzmauer wurde. Viele unterschätzen deshalb aber, wie viele Gefühlsregungen der Menschen um mich herum ich tatsächlich mitbekomme.

3. Wenn ich wütend bin, weine ich. Nicht weil mich das, was mich wütend macht, verletzt, sondern weil ich mich vor allem über Ungerechtigkeiten aufrege und mir die Wut darüber die Tränen in die Augen treibt.

4. Hinter meiner Wut steckt oft eigentlich „nur“ Sorge. Selten Sorge um mich selbst, sondern die um andere.

5. Bis ich jemanden hinter die Mauern meiner Gefühlswelt lasse, dauert es. Denn ich bin misstrauisch und schütze mich. Etwas, was gleichzeitig einer meiner größten Schwächen und größten Stärken ist.

6. Wenn ich jemanden in meine Gefühlswelt blicken lasse, habe ich ihn in mein Herz geschlossen. Und dort bleibt diese Person auch. Inklusive des „Ich mache mir Sorgen um dich und bin immer für dich da“-Programms. Aber mittlerweile fordere ich das für mich selbst nicht mehr ein, denn ich kann nur sehr schwer damit umgehen, wenn sich jemand Sorgen um mich macht.

7. Es fällt mir schwer, Menschen zu vergeben, die meine Gefühle verletzen. Noch schwerer bei denen, die dies ganz bewusst machen. Ich kann in solchen Situationen auch sehr nachtragend sein und vermeide es, dass es noch einmal zu einer ähnlichen Situation kommt. Oft beinhaltet das leider auch den Rückzug vor denjenigen, die mich verletzten, denn bis ich jemanden eine derartige Macht über mich gebe, muss viel geschehen.

8. Meine Gefühle kann ich am besten in Schriftform ausdrücken. Ich rede ungern über sie, denn oft kann ich sie in einem Gespräch nicht so formulieren, wie ich es gerne möchte und schreibe lieber darüber.

9. Unter anderem auch deshalb, weil ich es nicht mag, wenn anderen sehen können, wann mir die Tränen kommen – was öfter der Fall ist, als mir lieb ist.

10. Hinter allem, was ich mit Leidenschaft mache, steckt Liebe. Sei es die Frau an seiner Seite sein, die große Schwester sein, die Lehrerin sein, die Autorin all dieser Texte sein, der Familienmensch sein, die Studentin sein – all das würde bei weitem nicht so funktionieren, wenn mein Herz nicht daran hängen würde.