Monatsrückblick #12: August 2017

Hochzeitsplanung

Anfang August hatte ich mir zum Ziel gesetzt, möglichst viel von der Hochzeitsplanung abzuarbeiten: Location, save-the-date-Karten, Einladungen, Inspiration sammeln und was sonst noch so auf der Liste meines Wedding Planers steht. Effektiv habe ich Anfang August die Karten fertig bekommen, mich bei Freunden, die letztes Jahr heirateten, über ihre Planung erkundigt und den Besichtigungstermin für die Location ausgemacht. Es hat alles ja noch seine Zeit, daher bin ich guter Dinge. So viel sei an dieser Stelle auch schon verraten: Ich werde eine Novemberbraut. Ja, richtig gelesen. November. Auch wenn mich gerade die weiblichen Personen meiner Verwandschaft schon etwas dafür hassen, weil alle die Kälte im November fürchten.

 

Main topic: Depressionen

Den ganzen August über wurde ich immer wieder mit einem Thema konfrontiert: Depressionen. Angefangen mit der Lesung von Markus Bock (verbockt.com) beim MUT-Lauf & Markt für seelische Gesundheit in Berlin, welche ich zusammen mit @miiiezekatze bei meinem Besuch in Berlin wahrnahm. Teilweise auch immer noch wegen der Serie Thirteen Reasons Why, die ich gedanklich immer noch nicht ganz verdaut habe. Oft bin ich über Links zu diesem Thema gestoßen, über Tweets, über Geschichten und Erzählungen. Und immer wieder blieb ich etwas ratlos zurück, da ich meine Gedanken zu diesem Thema einfach nicht ordnen konnte. Vielleicht braucht es noch etwas Zeit, bis ich mich zu all dem äußere. Vielleicht halte ich auch einfach weiterhin die Klappe, wer weiß.

 

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Neben meiner Unschlüssigkeit zum oben genannten Thema befand ich mich im August in einer Art Achterbahnfahrt, was die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft betrifft. Ich habe schon lange nicht mehr so viel über Vergangenes nachgedacht, wie in diesem Monat. Und noch nie so reflektiert und geordnet. Einerseits erschreckt es mich, dass ich der Vergangenheit wieder so viel Platz in meinem Leben eingeräumt habe, andererseits beruhigt es mich, dass ich viele Aspekte mittlerweile mit einer Distanz betrachten kann, die ich mir so nicht zugetraut hätte. Allerdings bleibt auch an dieser Stelle vieles ungeordnet, steckt in meinem Kopf irgendwie in der „das muss ich mit viel Zeit noch einmal genauer betrachten“-Schublade. Ich weiß nur, dass Vergangenes mich immer noch beeinflusst und dass ich mir klar werden sollte, inwieweit ich dies künftig so beibehalten oder ändern möchte.

Wo die Liebe hinfällt

Manchmal ist mein Leben sterbenslangweilig. Wirklich. Es sind immer die gleichen Themen, die mich beschäftigen, die gleichen Sorgen, die mir den Schlaf rauben, die gleichen Menschen, die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und manchmal hasst mich mein Leben einfach so sehr, dass es nicht nur meint, dass mir ETWAS mehr Action gut tun würde, sondern gleich GANZ VIEL Action. Mit ganz viel Kopfzerbrechen, neuen Sorgen, neuen Umständen, Bauchgefühlen, die ich unterdrücken muss, Vertrauen, das ich schenken sollte und Grinsen, das ich mir irgendwie verkneifen muss, weil das Leben mich an das Skript von GZSZ erinnert. Mittlerweile denke ich mir nur noch „wo die Liebe hinfällt“ und versuche zu akzeptieren, was sich da in meinem Umfeld verändert hat, ohne ständig das Bedürfnis zu haben, intervenieren zu müssen.

 

Suchtbefriedigung 2.0 – Serien und Bücher

Game of Thrones – ich sag’s euch! Bei der sechsten Folge der siebsten Staffel blieb mir bestimmt einige Minuten lang die Luft weg. So viel Action. So viel „oh fuck“ in 60 Minuten. Eine Folge ganz nach meinem Geschmack. Es ist zu schade, dass wir so lange auf die nächste Staffel warten müssen und ich weiß noch nicht genau, wie ich die Zeit bis dahin verbringen werde. Ob ich mich endlich dazu aufraffe, die Bücher zu lesen (ich sollte dringend mehr lesen!) oder ob ich die gesamte Serie auf Englisch durchschaue. Trotz meiner Liebe zur Originalfassung konnte ich es meinem Verlobten nicht antun, die neuen Folgen auf Englisch anzuschauen, weil er einfach zu lange aus dem Englischen raus ist und das nur in enormer Anstrengung enden würde. Ich überlege noch.

Eine neue, packende Serie habe ich im August nicht angefangen. Ich „quäle“ mich gerade ein bisschen durch die erste Staffel von The Crown, weil die Serie an sich nicht wirklich packend ist, aber auf interessante Weise historische Aspekte der britischen Monarchie aufnimmt.

Ansonsten habe ich im August meinen Kindle in die Hand genommen und wieder etwas gelesen. Zwar habe ich noch ungelesene Bücher im Regal in meinem Arbeitszimmer stehen, aber nachts ist es auf dem Kindle doch einfacher, da ich nicht vom Licht abhängig bin. Obwohl mein allerliebstes Schwesterherz sagte, dass ich wahrscheinlich zu alt für diese Reihe bin, habe ich „Liebe“ von Rebecca Donovan angefangen. Wenn ich die Trilogie durch habe, kommt dazu eine Rezension.  Und natürlich: Goethes Faust. Denn abgesehen davon, dass ich darüber noch irgendwie eine Hausarbeit schreiben sollte, hat meine Schwester dieses Werk als Sternchenthema in ihrem Abitur. Ich schickte ihr ein kurzes Video von den ersten bearbeiteten Seiten und schon meinte sie, dass das wohl das beliebteste Buch in ihrem Kurs werden würde. Kann man eigentlich auch mit bearbeiteten Lektüren Geld verdienen?

 

Beeinflussung in der Partnerschaft

Wusstet ihr, dass ich einst Geschichte hasste? Ja, wirklich. Absolutes Hassfach in der 8. Klasse. Das änderte sich, als mir mein Verlobter damals den Spaß an Geschichte vermittelte, mir zeigte, dass es so viel mehr gibt als das, was von meinem doch recht langweiligen Lehrer in der Schule vermittelt wurde. Und damit entfachte er eine Leidenschaft, die es eigentlich schon zuvor gab, denn zu Beginn des sechsten Schuljahres hatte ich mich auf kein Fach mehr gefreut als auf Geschichte, das neu hinzukam.

Ähnlich verhält es sich mit Gartenarbeit. Ich hasste Gartenarbeit schon immer. Und immer noch. So vieles, was ich selbst IM Haus erledigen kann – vom Tapezieren über Laminat und Fliesen verlegen mittlerweile bis hin zur Elektrik – so wenig mache ich im Garten. Blöd wird es halt, wenn im Haus eigentlich alle Arbeiten abgeschlossen sind, alle draußen werkeln und man selbst sich gezwungen sieht, mitzuhelfen. Wenn es also tatsächlich so kommt, wie mit Geschichte, habe ich bald wohl einen grünen Daumen. Mein Verlobter findet das übrigens sehr witzig, denn er hat sich kaum noch eingekriegt, als er diesen Tweet las.

Dennoch habe ich die Hosen in unserer Beziehung an, denn er musste vier Jahre auf die zweite Standleuchte im Wohnzimmer warten, ich lediglich vier Wochen, bis ich neue Regale für DVDs bekam. Wir sind übrigens eines dieser Paare, die sich noch nie im IKEA gestritten haben – uns sieht man nur 45 Minuten in der Lichterabteilung umherirren und hitzig diskutieren, wie man welches Leuchtmittel am besten unterbringt, mit dem Ergebnis, dass ich den Pakt mit dem Teufel einging und ihm die zweite Lampe erlaubte, während er den Pakt mit dem Teufel einging und mir zwei DVD-Regale erlaubte. Win-Win, oder?

Bis die Tage!

Jess